Tag 1: Auf der Reise nach...

Der Tag meiner Abreise begann heute um 04:00 Uhr: Letzte Sachen packen und die morgentliche Prozedur zum Wachwerden (kalte Dusche und kalter Kaffee, wirkt garantiert). Mein Zug fuhr 05:35 Uhr ab Interlaken-Ost in Richtung Bern, danach umsteigen und Weiterfahrt direkt zum Flughafen.
Am Vorabend kam ich aufgrund einiger packtechnischer Problem doch recht in’s Schwitzen: Mein gesamtes Gepäck war auf circa 40 kg Kampfgewicht angelangt, was mir ein bissel Sorgen machte. Erhielt dann am Flughafen prompt die Rechnung und musste Zuschlag zahlen.
Der anschliessende Flug nach Helsinki (mein erster seit zehn Jahren) ging schnell vorüber. Während des Fluges blickte ich mit Neugierde auf die heruntergeklappten 7”-TFTs, die vor dem Flug mittels Kamera die Sicht aus dem Cockpit widerspiegelten. Als das Flugzeug abhob wurde auf eine zweite Kamera umgeschaltet, die die sich entfernende Startbahn aus der Vogelperspektive zeigte. Vor der Landung kam wieder die Cockpit-Kamera in’s Spiel, die den Anflug auf die Landebahn zeigte. Einfach genial! (wie war das noch mit dem Flugsimulator... ?! :-) ). Vor dem Flug dienten die Bildschirme zur Verdeutlichung der Sicherheitshinweise. Ich wartete hier vergeblich auf die artistischen Vorführungen des Flugpersonals, das einem in eingeübter, steifer Manier, fast schon automatisch die Bedienung der Schwimmwesten erklärte.
Während des gesamten Fluges nach Helsinki sah man(n) sich von netten, finnischen Flugbegleiterinnen umringt, die sich mit ihren Wägelchen, bewaffnet mit Essen, Getränke und Kaffee, den Weg durch die engen Gänge bahnten. Gesprochen wurde an Bord in Schwedisch, Finnisch, Englisch und Deutsch. Und das alles von einer Person mit einem netten Lächeln und charmanter Stimme, die dazu noch durch die Gänge in einem geübten Speed an einem vorbei “schwirrte” (Finnair.com). Ich war beeindruckt!
Sitze nun im Augenblick im Flugzeug von Helsinki nach Rovaniemi. Strahlender Sonnenschein und 23° C begleiten mich von Helsinki auf den Weg in den hohen Norden. Nach anfänglichem Umherirren im Flughafen von Helsinki fand ich dann nach einem etwas längeren Spaziergang doch noch den richtigen Schalter für den Weiterflug. Es ist halt alles ein bissel anders, betritt man nach 10 Jahren das erste Mal wieder ein Flugzeug. Und dass man unter Umständen einen halben Tagesmarsch auf sich nehmen muss, um ans andere Ende des Flughafens zu gelangen, ist mir auch schnell wieder bewusst geworden. Und ist es auch noch so früh, am Flughafen erwarten einen immer Schlangen von reisewilligen Menschen vor den einzelnen Schalter, die abgefertigt werden und in alle Lüfte befördert wollen. Jeder Reisende sollte dabei am besten gut durchtrainiertes Sitzfleisch mitbringen. In den Wartehallen lernt man zu Warten und sich den Wolf zu sitzen. Das war meine zweite Erkenntnis an diesem Tag.
Angekommen an dem kleinen Flughafen in Rovaniemi (der “Hauptstadt” Lapplands) bemerkte ich ein junges, nettes Ehepaar aus Zürich, das sich, wie ich, am Schalter für Mietwagen zu schaffen machte. Wir kamen in’s Gespräch. Da war also noch jemand, der mittels Mietwagen halb Lappland “abgrasen” und sich dann irgendwann noch zum Nordkapp hochwagen wollte. Vielleicht treffen sich unsere Wege wieder.
Abends um 19:30 Uhr kam ich in dem kleinen Ort Luosto an, dem Ziel meiner ersten Etappe. Das Örtchen, sollte man es überhaupt als Ort erkennen, besteht aus wenigen Häusern, einem Restaurant, zwei Hotels, etc. Luosto gehört neben seinem Nachbarort Pyhä zu den etwas bekannteren Skiorten Finnlands und wirkt Ende August wie ein verschlafenes Örtchen am Rande der Welt. Umso besser für mich: Keine Touristen und jede Menge Ruhe. Das kleine, rustikale Hotel, das für die nächsten Tage meine Unterkunft sein wird, ist im Stil eines Blockhauses errichtet. Luosto bietet dem Besucher je nach Jahreszeit eine breite Palette an Freizeitaktivitäten: U.a. Canyoning, Rafting, Eisklettern, Rentier- und Husky-Safaris, Fahrten mit dem Schneemobil/Quadbike, Reiten, Trekking, Fischen, Schwimmen, Skifahren, Langlauf, Trekking/Wandern und vieles mehr (weitere Infos unter Try&See).
Das Hotel, umgeben von einem kleinen Wäldchen und einem kleinen See, ist das nördlichste der Scandic Hotelkette (http://www.scandic-hotels.com/luosto und Luosto.fi). Ein paar Stunden später folgten Abendessen (Rentierfleisch) und erste Erkundungstouren in der näheren Umgebung (siehe Photo). Die Sonne schien überhaupt nicht untergehen zu wollen und so war ich bis ca. 0:00 Uhr unterwegs, bis mich schliesslich die Müdigkeit wieder zurück in’s Hotel trieb.

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