Travel log book Finland, August 2004

August 22, 2004

Tag 2: Regen + Sonnenschein

today's photo

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09:12 Uhr, ein verregneter Morgen. Ein ausgiebiges Frühstücksbuffet mit Fisch, Salat und sonstigen Leckereien erwartete mich im Restaurant (nebenbei das grösste Logwood-Restaurant der Welt). Neben einem finnischen Ehepaar war ich vermutlich der einzige Hotelgast Ende August. Jipiieehhh!
Nach einer kurzen, aber intensiven Fragerunde an die Dame von der Rezeption waren schnell einige Ziele für heute festgelegt. Werde heute in Richtung Sodankylä (nördlich, ca. eine halbe Stunde von Luosto entfernt) und Kemijärvi (in südlicher Richtung) fahren. Weitere Infos folgen am Abend...

UPDATE:
Hatte meine Reisepläne auf der Fahrt in Richtung Sodankylä geändert und bin weiter in Richtung Norden gefahren. Mein Ziel war Inari, ca. 340 km nördlich entfernt von Luosto. Die Fahrt wurde begleitet von heftigstem Regen. Nach gut dreieinhalb Stunden Fahrt erblickte ich endlich Wasser! (Links zu mehr Reisegeschichten und jemandem, der mir einige Tipps zu Finnland's Norden gab: Nordlandseite.de)

Inari liegt am gleichnamigen See, dem drittgrössten Finnlands (doppelt so gross wie der Bodensee) mit mehreren tausend kleineren und grösseren Inseln, die meisten davon unbewohnt. Einige Kilometer von Inari entfernt liegt die Insel Ukonkivi, die als heilige Stätte der Sami bekannt ist (die heilige/gesegnete Insel). Über sie werden mystische Geschichten erzählt.

In diesem Teil Finnlands kommen auf einen Quadratkilometer 2 Einwohner. Endlose Strassen und der weite Horizont bilden hier das Landschaftsbild und natürlich die unendlichen Waldflächen, die einen auf Schritt und Tritt begleiten. Als ich in Inari ankam, hatte ich den Regen erfolgreich in die Flucht geschlagen: Der Himmel liess endlich die Sonne wieder durchscheinen und zeigte ein traumhaftes Wolkenbild. Die lange Fahrt hatte sich also gelohnt. Inari schien ein verschlafenes, dennoch gut besuchtes Touristen-Dörfchen am Wasser zu sein. Besucher aus aller Welt machten hier Halt. Das einzige Hotel im Dorfkern, das (Hotelli Inari), das mir bereits aus dem vierfach ausgezeichneten, wundervollen Film “Zugvögel - Einmal nach Inari” (mit Joachim Król, Peter Lohmeyer, Outi Mäenpää, Regie Peter Lichtefeld, weitere Infos zum Film siehe unten) bekannt war, stellte sich als Anlaufstelle von Touristen, Einheimischen und solchen, die am Abend die Karaoke-Show miterleben wollten, heraus.

Ich erblickte am Ufer des Inarisees zwei Wasserflugzeuge, die den Einheimischen und Touristen ihre Dienste als “Air Taxis” anboten. Ich blickte mit neugierigen und glänzenden Kinderaugen auf die Tafel mit den Infos. Ich fragte den Piloten, betreffend Auskunft über Flug, Dauer, etc. Er bot mir an für EUR 50.– mit drei weiteren Fluggästen einen Flug von 20 Minuten zu machen. Kein schlechtes Angebot! Die anderen Gästen willigten ein und so setzte Reijo, der Pilot zum Start an (Reijo Raumala's Air Taxi). Ich sass in der letzten Reihe, hatte dafür aber Ausblick zu beiden Seiten des Flugzeugs. Der Pilot wies mich nach dem Einsteigen auf die Tüte für Überraschungen aus der Magengegend und die Schwimmweste hin. Als er uns alle mit dem Zeigefinger und einem Grinsen auf die zweite Türe des Flugzeuges aufmerksam machte (er faselte etwas von Notfalltüre), begann ich meine Überlebenschancen auszurechnen, die generell vermutlich nicht gerade allzu gross für die Passagiere im hinteren Bereiche zu sein schienen. Egal, bin ja auch nicht zum Abstürzen, sondern zum Fliegen mit an Bord :-). Als wir in der Luft waren, erblickte ich zum ersten Mal die unzähligen Inseln, die sich über die ganze Fläche des Inarisees verteilten. Wir flogen über Ukonkivi, der heiligen Insel, einer über 300 Jahre alten Kirche auf eine der Inseln und erblickten einzelne Häuser auf einige der Inseln, fernab der Zivilisation. Nach gut 20 Minuten entschwanden wir der luftigen Höhe und landeten wieder auf dem See.

Mein nächster Halt war das Sami-Museum (SIIDA), das am anderen Ende des Dorfes untergebracht war. Nach einem netten Gespräch mit der Museumsangestellten begann ich meine kleine Rundreise durch Geschichte, Sitten/Bräuche, Lebensweise der Ureinwohner Finnlands (akustische Hörprobe). Neben einer sehr interessanten Fotoausstellung mit grossartigen Aufnahmen über die Lebensweise der Sami (der den Kontrast zwischen Hightech und alter Tradition und Brauchtum widerspiegelte), erfuhr ich vieles über die Landschaft, die für sie weit mehr als nur ihre Heimat bedeutete.

Am Abend entschied ich mich, die Nacht in Inari zu verbringen, um am nächsten Morgen wieder die Gegend rund um den See zu erkunden. Im Hotel Inarin Kultahovi angekommen und einem Abendessen und Schlummertrunk später, ging dieser Tag bereits wieder zu Ende.

Infos zum Film "Zugvögel - Einmal nach Inari":
- Kinoplakat zum Film,
- Bericht auf der Website des Hauptdarstellers,
- Filmkritik auf Filmszene.de
- ...und Amazon.de
- Fotos aus dem Roadmovie sowie
- Stills von Bern Spauke (siehe Kapitel Stillphotography),
- Artikel aus NZZ vom 18. Juni 1999,
- Tagesanzeiger vom 16. Juni 1999

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