Travel log book Finland, August 2004

August 24, 2004

Tag 4: Norden, Osten, Süden, Westen

today's photo

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09:00 Uhr. Meine Vermutungen vom Abendessen am Vorabend hatten sich bewahrheitet: Eine grössere Reisegruppe von Niederländern war angereist und belagerte nun das Frühstücksbuffet. Konnte man am Morgen zuvor noch die Ruhe geniessen, tobte jetzt ein Kampf um den letzten Lachs, das letzte Brötchen.

Der Wetterbericht hatte für heute mittag Besserung gemeldet. Der Regen der letzten Tage gehört somit hoffentlich der Vergangenheit an. Meine Pläne für heute stehen noch nicht fest, werde die Karte etwas näher studieren, um mein Reiseziel festzulegen. Weitere Infos folgen...

UPDATE:
Meine heutigen Reiseziele waren Kemijärvi, ca. eine Stunde Autofahrt südöstlich von Luosto entfernt, der bekanntere Skiort Pyhä und die Gegend um Luosto (Webcams). Das Wetter war, entgegen der Vorhersage, feucht und mittlerweile bei ca. 10° C angelangt.

Nach einer kurzen Besichtigungstour in Pyhä ging es weiter in Richtung Kemijärvi, einem der wichtigsten Industrie- und Fremdenverkehrszentren Finnlands (weitere Fakten). Dort angekommen erwartete mich ein rauher Wind. Sie hat die nördlichste Bahnstation der Finnischen Staatsbahn (...mehr). Nebst den bereits obligatorischen Fotos der zahlreichen Seegebiete begab ich mich auf Entdeckungsreise durch die umliegende Natur. Ich mutierte zum Wald-und-Wiesen-Fotograf. Zwischen dicken Wolken und dem grauen, faden Licht erblickte ich ab und zu die Sonne und lieferte mir etwas interessanteres Licht für meine Aufnahmen. So stapfte ich ca. eine Stunde durch Wald und Wiese und versuchte gegen den Wind anzukämpfen. Wer schon jemals mit einem Makro-Objektiv versucht hat, auf das Objekt der Begierde (in meinem Fall die finnische Flora) manuell scharfzustellen und das ganze bei ziemlich heftigen Wind, der weiss was ich meine (wer gerne den Stromverbrauch der Kamera-Akkus testen möchte, kann hier gerne auf Autofokus umschalten :-P).

Auf der Rückfahrt nach Luosto machten es sich auf der Strasse einige Rentiere bequem. Ich stoppte sofort am Strassenrand und versuchte, die scheuen Tiere nicht durch unnötige Geräusche in die Flucht zu schlagen. Entgegen meiner Befürchtungen liessen sich die vier Geschöpfe nicht vertreiben und so wanderten sie mit dem typischen Knackgeräusch ihrer Gelenke in ca. 5 Metern Entfernung an mir vorbei, ohne von dem Geräusch meiner Kamera gestört zu sein. Zwischendrin verfluchte ich mehrmals den lahmen Autofokus meines uralten Teleobjektivs, das die Scharfstellung auf das Objekt in durchschnittlich 2 bis 3 Sekunden erledigte. Es war zum Verzweifeln, konnte aber dennoch einige brauchbare Aufnahmen dieser eindrucksvollen Tiere einfangen.

Auf der Weiterfahrt bemerkte ich erstmals die bereits zum Teil roten und gelben Farben der Natur. Die Prognosen der netten Frauen von der Hotelrezeption hatten sich bestätigt. Der Indian Summer, oder "Ruska" wie er hier genannt wird, hatte sich etwas verspätet. Durch den untypisch vielen Regen und das kühle Klima der letzten Wochen hatte den Ausbruch der Ruska-Zeit um mehr als zwei Wochen verschoben und die Farbe Grün war momentan noch die am weit verbreiteste.

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