Blick in den Rückspiegel


Montag, 3. Januar 2005
Heute begann mein letzter Tag in dieser knapp 800’000 Einwohnerstadt im Norden. Ich streifte ein letztes Mal durch Stockholm's City für einige Aufnahmen in der Stadtmitte, am Hafengebiet und schliesslich in Richtung Uppsala. Einen Tag zuvor hatte ich im Fernsehen einen Bericht über den Raser von Stockholm gesehen. Einem schwarz bekleideten Ghostrider (Film mit Verfolgungsjagden (42.5 MB) und Forumsgeplänkel zu diesem Thema), der sich mit seinem Motorrad (oder sollte ich besser sagen «Höllenmaschine»?!) bereits mehrere wilde und teils spektakuläre Verfolgungsjagden mit der Polizei geliefert hatte. Ich fuhr exakt auf dieser berühmtberüchtigten Strasse.
Wieder zurück in Stockholms Hafengebiet machte ich mich erneut auf die Pirsch zwischen Eingeborenen und all den Touristen, die auch während der etwas kälteren Jahreszeit hier oben im Norden ihre Freude an dieser schönen Stadt zeigten. Zu meinem Verwundern hatte sich während der letzten sieben Tage kein einziges Flöcklein Schnee gezeigt. Nun gut, entweder hatte Petrus es einfach zu gut mit all den Autofahrern und Pendlern gemeint oder ihm ist einfach die Schneemaschine über die Feiertage eingerostet. Na ja, dafür war die Stadt mit den 14 Inseln (und 53 Brücken) in den letzten drei Jahren mit dem weissen Etwas reichlich belohnt worden.
Dienstag, 4. Januar bis Freitag, 7. Januar 2005
Einen Tag später trat ich schliesslich meine 12-stündige Rückfahrt zu einem letzten Zwischenstopp nach Hamburg an (mit wehmütigem Blick in den Rückspiegel). Ein freundliches «Good bye» und eine langhaarige, blonde Schönheit verabschiedeten mich an der Rezeption meines Hotels. Zuvor genoss ich noch den letzten Blick aus dem 15. Stockwerk des gläsernen Fahrstuhls und dackelte anschliessend mit meinen 40 kg Reisegepäck in Richtung tiefgekühlten Mietwagen. Der Abschied von Stockholm fiel mir dieses Mal alles andere als leicht, hatte ich mich doch in den letzten sieben Tagen hier sehr wohlgefühlt und eingelebt. Hamburg (!!) wurde doch tatsächlich auf Platz 2 der Rangliste meiner Lieblingsstädte verbannt (das muss schon was heissen...). Wie auch immer, gegen 10 Uhr startete ich nun meine Rückreise nach Norddeutschland. Ich konnte es mir allerdings nicht verkneifen, noch ein letztes Mal meine Lieblingsplätze in Stockholm anzusteuern und mich so für ein nächstes Wiedersehen zu verabschieden.
Die Fahrt zog sich, wie gewohnt, ewig hin. 12 Stunden Fahrt konnten mir normalerweise nichts anhaben. Aber mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h gestaltete sich das Ganze zu einer Art Traktorfahren auf der Autobahn. Am unteren Zipfel Schwedens, genauer gesagt Malmö, verlief die Fahrt wieder über die gewaltige Øresundbrücke (Mautgebühr DKK 235.00. ca. CHF 48.00, Fotos der Brücke) und den Storebælt/Grossen Belt (Mautgebühr DKK 250.00, ca. CHF 50.00, Fotos der Storebælt-Brücke), dieses Mal mit etwas weniger starkem Wind wie auf der Hinfahrt. Irgendwann am späten Abend kam ich schliesslich in «meinem» Hamburg an. Das Zuhause der ersten Nacht fand ich in meinem Hamburger Stammhotel (Suitehotel). Danach verbrachte ich die Nächte bei einer Freundin im Hamburger Stadtteil Altona (ca. 6 Min. Fahrtzeit vom Hamburg Zentrum entfernt). So gingen die letzten drei Tage im Norden zu Ende, bevor ich dann am Freitag den 7. Januar wieder die ersten Schweizer Worte vom Kapitän meines SWISS-Fliegers (Jumbolino) vernahm. Die Maschine hob pünktlich ab und liess den Hamburger Boden unter sich entschwinden. 90 Minuten später landeten wir auf Schweizer Boden und ich war einigermassen froh, in gut vier Stunden wieder «meine» Berge und meine vier Wände um mich herum zu haben. Der Zug fuhr pünktlich ab und ich verstaute meine 40 Kilo in den InterCity nach Interlaken-Ost. Anschliessend ging's dann, wie konnte es auch anders sein, zurück nach Brienz und ich spürte sogleich das rege Treiben dieses kleinen Dorfes: Um 20:30 Uhr an diesem Freitag waren die Strassen wie leergefegt, keine Menschen oder Autos waren zu sehen (hilfeeeee...). Ich beruhigte mich: Manchmal braucht der Mensch eben so etwas wie eine Art Kontrastprogramm: Flache Grossstadt mit regem Verkehr zu etwas «ruhigerem» Dorf mit Bergen ringsherum.
Nun denn, soviel zu meinem kleinen Reisebericht über Stockholm und Hamburg. Die nächsten Zeilen aus dem Norden werden vermutlich aus Ålesund (in der Nähe von Bergen gelegen) folgen, wenn ich nicht wieder der Schönheit Stockholms verfalle :-).
Im Anschluss noch einige bekannte Söhne und Töchter Stockholms:
- Benny Andersson (Musiker, ABBA)
- Bibi Andersson (Schauspielerin)
- Ingrid Bergman (Schauspielerin)
- Greta Garbo (Schauspielerin)
- Lasse Hallström (Filmregisseur)
- Sven Hedin (Forschungsreisender)
- Alfred Nobel (Chemiker und Unternehmer)
- Olof Palme (Politiker und Ministerpräsident)
- August Strindberg (Schriftsteller)
- Maj Sjöwall (Schriftstellerin, mit Ehemann Per Wahlöö: Kommissar Beck)
Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 7:
Invånare - Einwohner
Centralort - Hauptstadt
Riksdagshuset - Parlament/Regierungsgebäude
Valresultat - Wahlresultat
Skolan - Schule
Kungliga Tekniska Högskolan - Königlich Technische Hochschule
Handelshögskolan - Handelshochschule
Utbildning - Ausbildung
Norra - Nördlich
Östra - Östlich
Södra - Südlich
Västra - Westlich
Båten - Boot
Huset - Haus
Kyrka - Kirche

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