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Stockholm, 2. Januar 2006
Heute Ziele in Stockholmer City, Hafengebiet und Nynäshamn angesteuert, trotzte der Eiseskälte. Stativ und Gegenlichtblende zeigten erste Frosterscheinungen. Die Stockholmer nutzten diesen Tag um an den allerorts stattfindenden Aus-/Schlussverkäufen ("REA") ein Schnäppchen zu ergattern. Dementsprechend bewegten sich die Menschenmassen durch Stockholm's Innenstadt. Ich machte die "Dummheit" an Fussgängerübergängen Halt zu machen, was ein Weiterkommen schlussendlich fast unmöglich machte. Nach einem kurzen Abstecher nach Nynäshamn, machte ich mich kurz vor Sonnenuntergang wieder an meine Lieblingsziele: Die Glasskulptur am Sergels Torg, Skeppsholmen, die Altstadt Gamla Stan und die Gegend gegenüber des Königspalastes.
Posted: 01:24 hrs   
 


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Statt weiterer Worte, hier ein paar Eindrücke vom zweiten Tag im 2006, der letzte Tag meines Kurztrips nach Stockholm. Alles in allem ein wilder, schneereicher Jahresstart in Stockholm...

See you again, STHLM ;-).

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Stockholm, 31. Dez. 2005/1. Jan. 2006
11:02 Uhr. Der Samstagmorgen begann mit diversen Besorgungen in der Innenstadt: Buchhandlung Hedengrens (Stureplan) und Macoteket (Birger Jarlsgatan). Hatte an diesem Tag keine weiteren Pläne und dringend etwas Erholung nötig. Nach der letzten Nacht in Ålesund - ein Ehepaar hatte die Wand zwischen ihrem und meinem Hotelzimmer auf Ihre Akustik hin überprüft und lautstark ihre Meinungsverschiedenheit zum Besten gegeben - war eine Portion Schlaf angesagt. Alles in allem eine kurze Nacht.

22:00 Uhr. Soeben lief Rob Reiners "Harry und Sally" im Silvesterfernsehen auf TV4, im englischen Original mit schwedischem Untertitel.

23:30 Uhr. Ich musste mich beeilen. Ich machte mich auf den Weg nach Gamla Stan und hoffte um diese Uhrzeit noch einen freien Parkplatz ausfindig machen zu können. Die Menschenmassen drängten sich bereits um Gamla Stan und den Königspalast. Eine junge Frau torkelte links an mir vorbei, in der einen Hand mit Handy, in der anderen mit einer Flasche Sekt bewaffnet. Ich parkte meinen Ford Fiesta direkt am Königspalast und stürzte mich in die Massen rund um den grossen Weihnachtsbaum am Schiffsanleger und versuchte zwischen Franzosen, Russen, Deutschen, Schweden, Italienern einen optimalen Platz für meine Fotoaufnahmen auszumachen.
Posted: 23:37 hrs   
 


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0:00 Uhr. Eine grosse Fähre der Viking Line verkündete mit lauten Tuuten das Ende des alten und den Beginn des neuen Jahres. In ganz Stockholm bebte der Himmel, Rauchschwaden vernebelten die Luft, lautes Silvestergeknalle mischte sich mit Gott nytt år/Happy new year in sämtlichen Sprachen. Raketen in allen Farben und Variationen wurden sogleich mit Aah's und Ooh's der Zuschauermassen quittiert. Ein Stockholmer Pärchen überreichte mir ein Glas Sekt und wünschte mir alles Gute für das neue Jahr.

Kurz vor 2:00 Uhr kehrte ich schliesslich zum Auto zurück. Die Menschensmassen hatten sich in Luft und einzelne, kleinere Grüppchen aufgeflöst. Mittlerweile hatte es angefangen zu schneien. Als ich den Motor starten wollte, stieg plötzlich eine junge Stockholmerin zu mir in's Auto..... Kehrte irgendwann gegen 07:00 Uhr zurück in's Hotel. Im Aufzug traf ich auf ein junges Paar, das ebenfalls die Nacht zum Tag gemacht hatte. Auf die Frage woher sie beide denn kämen, meinte die junge Schwedin nur verlegen meinte "...from the play room..." und ihr Partner daraufhin laut anfing zu lachen.
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Am nächsten Morgen wanderten im Hotel seltsame Gestalten herum. Über deren Köpfe schien eine grosse Alkoholwolke zu schweben und begleitete sie auf Schritt und Tritt. Vermutlich die alkoholisierten Überbleibsel der mitternächtlichen Silvesterparty im Hotel.

Am Abend, nach wenigen Stunden Schlaf, genehmigte ich mir als "seelisches" Wiederaufbauprogramm zwei britische TV-Serien "William and Mary" sowie "Coupling". Nach "Cold Feet" zwei weitere Serienhits aus Grossbritannien. So endete der erste Tag im neuen Jahr.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gutes, neues Jahr 2006/Gott nytt år!

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Ålesund, 29. Dezember 2005
12:14 Uhr. Hatte heute verschlafen, deswegen fiel der allmorgentliche Angriff auf's Frühstückbuffet aus. Mein erstes Ziel an diesem Morgen waren die Hafengebiete von Ålesund. Stiess mit meinem VW Polo in unbekannte Gefilde vor. Meine Fahrt ging vorbei an SPAR und Lidl, die auch in Südnorwegen den Deutschen Touristen auf Schritt und Tritt begleiteten. Die Fahrt ging anschliessend in Ålesund's Atlanterhavsparken (Akvarium), das auf 4'000 Quadratmetern unter anderem 50 bis 60 Fischarten der Norwegischen See beherbergt und zahlreiche Ausstellungen für jeden Wissbegierigen bereithält (u.a. "Geheimnisse und Lebewesen aus der Tiefsee"). Pro Minute werden alle Aquarien mit 20'000 Liter frischem, ungefiltertem Wasser aus dem Meer versorgt. Das Salzwasser wird 800 Meter entfernt aus einer Tiefe von 45 Metern gesammelt (Foto vom grossen Antlantischen Ozean Aquarium: Hinter 26,5 cm dickem Glas präsentieren sich einem dort u.a. Wolfsfisch, Kabeljau, Wilder Lachs, Rochen, Heilbutt, Meeraal).
Posted: 18:54 hrs   
 


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Um 15:00 Uhr erinnerte mich das Vibrieren meines Handys an meine weiteren Ziele in Ålesund, die noch vor dem Sonnenuntergang (ca. 16:00 Uhr) angepeilt werden sollten: Gegenüber meines Hotels hatte erneut ein Schiff der Hurtigruten angelegt, dieses Mal die Polarlys. Ich kam kurz vor dem Ablegen dieses gigantischen Schiffes im Hafen an. Ich zückte meine Kamera und machte Jagd auf das Schiff und die Möwen, die das Schiff umgaben. Ich "feuerte" mit meiner Kamera an die 8 Bilder pro Sekunde, eine Salve nach der anderen. Das ganze Prozedere hörte sich in etwa an wie das Feuer eines Maschinengewehrs. Die Möwen ignorierten diesen wild um sich schiessenden Touristen und drehten ihre akrobatischen Runden, die Einheimischen schauten mir bei meinem neuen Hobby zu. Zwanzig Minuten später machte ich mich auf den Weg auf Ålesund's Hausberg: Aksla. Ich kannte den Weg bereits, da ich die Strecke einen Tag zuvor bei Tageslicht ausfindig gemacht hatte. Für die sportlichen unter uns führen 418 Treppenstufen herauf auf den rund 189 Meter hohen Aksla. Wenige Fahrminuten später blickte ich von hoch oben herab auf das Lichtermeer Ålesunds und die im Hintergrund untergehende Sonne. Erst jetzt lässt sich das Stadtgebiet dieser belebten Hafen- und Handelsstadt ausmachen. Ålesund lebt vom Fischfang und gehört zu den wichtigsten Fischereihafen und besitzt ausserdem die grösste und modernste Fischereiflotte Norwegens.
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Und hier noch ein paar Facts zu und über Ålesund (aus Wikipedia.org): "...In der Nacht zum 23. Januar 1904 zerstörte ein Feuer die Stadt fast komplett (ausgelöst durch eine umgekippte Petroleumlampe in einer Margarinefabrik). Das Feuer brannte 16 Stunden lang. 850 Häuser wurden zerstört, 10.000 Einwohner waren obdachlos. Die Stadt wurde auch mit Hilfe von Deutschland wieder aufgebaut. Kaiser Wilhelm II. (ein begeisterer Norwegenverehrer) befahl die Lieferung von Lebensmittel, Medikamenten und Baumaterialen. Er schickte vier Schiffe mit Katastrophenhilfe, finanziert aus seiner Privatschatulle. Die entladenen Schiffe dienten den durch den Brand obdachlos gewordenen Menschen als Notunterkunft. Durch den Wiederaufbau ist Ålesund berühmt für die vollständig im Jugendstil errichtete Innenstadt. Nach einem Erlass durften neue Häuser nur noch aus Stein gebaut werden. Innerhalb von nur sieben Jahren war der größte Teil von Ålesund neu errichtet..." Heute erinnert in Ålesund ein Denkmal und eine Strasse an die Hilfe Kaiser Wilhelms des II.
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Während meiner Aufnahmen kam ich mit einem Hobbyfotografen aus der Nähe Ålesunds in's Gespräch, der am Café Fjellstua ebenfalls sein Lager aufgeschlagen hatte. Nach rund 70 Fotos und einer Stunde Ausharrens in der Eiseskälte packte ich schlussendlich Stativ und Kamera und verliess den Berg mit seiner eindrucksvollen Aussicht auf das ca. 39'000 Einwohner zählende Ålesund (Ålesund auf der Norwegenkarte).

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Ålesund, 28. Dezember 2005
10:37 Uhr. Nach einer erneut kurzen Nacht und der Stärkung am Frühstücksbuffet stand ein kurzer Besuch im Apple Shop in Ålesund an, um meinem iPod wieder einige Stunden Leben einzuhauchen (nachdem die letzte Akkuladung am Flughafen Zürich im Terminal 2 verbraucht war). Doch das ersehnte Kabel war leider ausverkauft. Heute stand die Fahrt in's ca. 200 km entfernte Åndalsnes auf meinem Programm. Über den verschneiten Ørskogfjellet (ca. 1'200 Meter über Meer, siehe auch Fjellstova.no) und einigen Kilometern entlang an verschiedenen Fjords mit rund 3 Stunden Fahrt erreichte ich mein Ziel: Åndalsnes mit seinem Romsdalsfjord. Temperaturen bis -14° C und eisiger Wind erwarteten mich.

Nach einem ca. 1 1/2-stündigen Aufenthalt, einem trockenen Sandwich von Statoil und einigen hunderten Fotos später, machte ich mich um 14:30 Uhr schliesslich wieder auf den Heimweg. Ich wollte unbedingt vor Anbruch der Dunkelheit den eisigen, schneebedeckten und ungemütlichen Kjel-Pass überqueren. Anschliessend stand noch ein Abstecher nach Vigra an. Die Fahrt ging durch eine der beeindruckenden Tunnelbauten die 150 Metern unter dem Meeresspiegel liegen und entsprechende Gefälle und Steigungen besitzen (mein Mietwagen, ein VW Polo, hatte mit letzterem arg zu kämpfen).
Posted: 00:56 hrs   
 


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Gegen 22 Uhr vernahm ich genervt das lautstarke Gedudel aus dem Fernseher meines Zimmernachbarn (oder -nachbarin), bis sich irgendwann herausstellte, dass irgendwo in der Hotelbar ein Alleindudler/-unterhalter in der Gestalt eines gitarrespielenden, nervenden Mannes sein Zelt aufgeschlagen hatte und sich auch nicht wieder so leicht vertreiben liess. Jedes Lied wurde dem Publikum (ich bezweifle heute noch, dass er überhaupt eines hatte) unentwegt im Country-Style an die Ohren geworfen, ungeachtet potentieller Schädigungen des Hörorgans aller Hotelgäste. Auch nach zwei Stunden verspürte diese(r) männliche Shania Twain kein Bedürfnis, seine Mitmenschen einschlafen zu lassen. Kurz nach Mitternacht dachte ich noch: Wenn es jemals in Ålesund einen Mord gegeben hat oder geben wird, dann ist heute ein guter Tag dafür (ich sehe schon die Schlagzeilen in der Boulevardpresse: "...Bekannter Ålesunder Musiker von Deutsch-Schweizer mit Teleobjektiv erschlagen..."). Und wenn wenigstens seine Gitarre dran glauben muss und im dunklen Hafenbecken verschwindet.

0:32 Uhr: Und plötzlich hatte Gott meine Gebete erhöhrt: Der Gitarrenspieler verstummte... (ich hoffe das war's für heute).
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Update 0:56 Uhr: Jipiieehh, er hat seine Gitarre wieder gefunden...

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Ålesund, 27. Dezember 2005
11:52 Uhr. Der heutige Tag gestaltete sich eher ruhig. Nach meiner Ankunft in Ålesund um 1:00 Uhr des Vortages standen an diesem Morgen nach dem ausgiebigen Frühstück erste Erkundungstouren auf dem Programm. Ich mischte mich in der schönen Hafenstadt unter's gemeine Fussvolk. Die Stadt und ihr Geschäftsleben schienen an diesem "dritten" Weihnachtsfeiertag kaum zu erwachen. Ich wanderte zur Anlegestelle der Hurtigruten, an der die Finnmarken angelegt hatte. Meine lange Anreise am Vortag steckte mir noch in den Gliedern: Mit dem ICE Stuttgart-Zürich, anschliessend mit der SAS Braathens nach Ålesund mit Zwischenlandung in Oslo. Die Langeweile der ersten Etappe im ICE versüsste meine hübsche, braun-rothaarige Sitznachbarin und Reisebekanntschaft namens Katharina, einer 29-jährigen Physiotherapeutin aus dem wilden Süden Deutschlands, die es vor gut 51 Monaten in die Schweiz verschlagen hatte (und nebenher die Langeweile von männlichen Fahrgästen in ICE's vertreibt :-P).

Posted: 23:52 hrs   
 


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Rund 5 Stunden kämpfte ich mich anschliessend im Flug nach Oslo mit einer wild um sich fuchtelnden Inderin, die mich nach zahlreichen und ausgiebigen Stössen mit Ihrem linken Ellbogen völlig am Fenster zusammenkauern liess, nebst den ungeduldigen Sitzbewegungen eines ca. 4 Jahre alten, kleinen Franzosens vor mir. Später im Hotel bemerkte ich, dass die Ålesunder auch nach 3:00 Uhr an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag noch gut (und - vor allem - ohrenbetäubend) feiern können: Neben meinem Hotel dröhnte lautstark ein Ohrwurm nach dem anderen aus einer benachbarten Kneipe (der Akoholpegel entsprach bei einigen Gästen dem ihrer Lautstärke).

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