Travel log book Finland, August 2004

August 28, 2004

Tag 8: Ankunft aus dem fernen Norden

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Die Abreise begann heute früh gegen 05:00 mit dem Auto Richtung Rovaniemi Airport. Eineinhalb Stunden Autofahrt später empfing mich die gähnende Leere in der Wartehalle des Flughafens. Flug AY426 (Finnair) schien die erste Maschine Richtung Helsinki an diesem Morgen zu sein. Nach und nach begaben sich die ersten Reisenden zum Schalter der Finnair.

Der Flug von Rovaniemi fand in einer etwas kleineren McDonnell Douglas/Boing MD 83 statt. Dieses Mal wurden im "Bordunterhaltungsprogramm" auch die allseits bekannten, artistischen Darbietungen der Flugbegleiterinnen zwecks Sicherheitshinweise geboten.

Wieder angekommen in Helsinki und nach einer zweiten Kontrolle des Handgepäcks und meiner Wenigkeit (das Ding piepste natürlich bei mir ohne jeglichen Grund) war wieder die Ausdauerfähigkeit meiner vier Buchstaben, sprich dem Sitzfleisch, gefragt. Gegen 13:00 Uhr hiess es dann endlich: «Boarding, Flug AY865 nach Zürich…». Ich suchte meinen Platz im Flugzeug und fand diesen neben zwei vor sich her pubertierenden Girlies... Na prima, dachte ich! Die beiden jungen Damen entwickelten während des gesamten Fluges ein reges Interesse an lautstarker, gegenseitiger Unterhaltung, stellten ihre akrobatische Bewegungsfähigkeit unter Beweis und strapazierten das eh schon knapp bemessene Platzangebot um ihre Sitze herum. Ich klebte während der nächsten 120 Minuten förmlich am Fenster und entging so knapp den wilden Fuchteleien meiner Nebensitzerinnen. Nach diesen zwei, mir ewig vorkommenden Stunden landete die Maschine wieder auf Schweizer Boden, in Zürich-Kloten.

Von da an waren es nur noch knapp drei Stunden mit dem InterCity ab ZH-Flughafen direkt nach Interlaken-Ost und schliesslich zu meinem dort für die letzten 7 Tage abgestellten und bereits wartetenden Auto. Ein kurzer Blick auf's Autodach genügte und mir wurde klar: Mein Auto hatte die letzte Woche vermutlich als Übungsgebiet der dort stationierten Vögel vom Geschwader Interlaken für ihre Bombenabwürfe, sprich Präzisionswaffen gedient. Ganz toll! Die Farbe "Weiss" dominierte nun auf dem Autodach in Form von deutlichen Einschlägen.

Soviel zum letzten Tag und meiner Rückkehr aus Finnland...

Weitere Infos gibt's wieder im Dezember, bei einer meiner nächsten Reisen in den Norden.

August 27, 2004

Tag 7: Good bye Lappland

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Heute bricht der letzte Tag vor meiner Abreise nach good old Switzerland an. Heute morgen erblicke ich die ersten Sonnenstrahlen während meines Aufenthalts in Luosto. Ich nutze die Gelegenheit und mache mich auf, die Gegend um Sodankylä (ca. 50 km nördlich von Luosto) zu erkunden. Mein erstes Ziel dabei ist die älteste Kirche Finnlands aus Holz, erbaut 1698. Als ich dort eintreffe, begegne ich erneut der Schweizer Reisegruppe (wir kommen in’s Gespräch...). Nach dem Besuch des eindrücklichen Kirchbau’s geht’s weiter Richtung Stadtmitte und die umliegende Landschaft. Ca. 500 Fotos später (viele Panorama-/360°-Aufnahmen) geht die Fahrt wieder zurück nach Luosto, um nochmals bei Sonnenschein und blauem Himmel die Bühne im Wald (siehe Vortag) abzulichten. Im Hintergrund, weit oben in luftiger Höhe (500 Meter über Meer), erblickt man das einem Observatorium gleichende Gebilde, das moderne Wetterradar, das im September 2000 dort erbaut und installiert wurde.

Nach dem Abendessen nutze ich die Möglichkeit, um die letzten Sonnenstrahlen noch für ein paar Motive aus luftiger Höhe einzufangen. Meine Fahrt geht über eine mit Schlaglöchern gespickte Schotterstrasse auf einen ca. 500 Meter höher gelegenen Berg aus Bäumen und Geröll. Mein Mietwagen, ein 80 PS starker VW Polo (Europcar.fi), kapituliert auf der extremen Steigung. Ich gehe die letzten Meter zu Fuss. Oben auf einer Anhöhe angekommen, geniesse ich die Aussicht auf die umliegende Gegend. Als die Sonne unterzugehen droht, beschliesse ich den Aufstieg auf den Gipfel, weitere 40 Meter mit Geröll und losem Stein. Mit 10 kg Fotoausrüstung und meinem Stativ bahne ich mir den sicheren Weg durch die kleinen und grossen, lockeren Gesteinsmassen (mittendrin denke ich, wie hiess es da nochmals in Michael Jackson’s Lied?! Dangerous... :-P). Hoch oben über Luosto und die umliegende Landschaft, empfängt mich ein traumhafter Ausblick, die letzten, untergehenden Sonnenstrahlen und ein rauhes Lüftchen.

Zurück im Hotel heisst es nun wieder: Koffer packen, zahlen und Frühstück für meine Abfahrt um 05:30 Uhr organisieren. Um 09:40 Uhr wird mein Flug ab Rovaniemi in Richtung Helsinki starten.

Viel zu schnell sind die letzten 7 Tage vorüber. Alles in allem ein traumhafter Aufenthalt, trotz teils miesem Wetter. Lappland (empfehlenswerte und sehr umfangreiche Portalseite zu Lappland) bietet eine eindrucksvolle Landschaft, viele interessante Sehenswürdigkeiten (Geschichte, Kultur, etc.) und vor allem kulinarische Spezialitäten. Diese Woche wird sicherlich nicht mein letzter Besuch in Finnland, besonders Lappland, gewesen sein. Vielleicht wieder im Dezember, wenn die eindruckvollen Nordlichter die Landschaft in ein mystisches Licht umhüllt (...und noch mehr Infos).

Good bye aus dem Zimmer Nummer 4 namens “Bethlehem” im Scandic Hotel in Luosto...

Tag 6: Ein "Schweizer" in Lappland

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Bin heute morgen mit etwas Verspätung gegen 09:30 Uhr an’s Frühstücksbuffet gehechtet. Da Frühstück (offiziell) nur bis 10:00 Uhr serviert wird, musste ich meine Abfüll- und Beladeaktion meines Tellers dieses Mal etwas abkürzen. Die Schweizer Gruppe sass am Tisch gegenüber und tauschte sich über die erste nächtliche “Erfahrung” in eine der hotelnahen Blockhütten aus. Mein Gang zielte währenddessen auf den Teller mit frischem Lachs und Salat aus Lahti.

An der Rezeption begegnet mir wieder die herzliche Art der Finnen, als ich die Dame an der Rezeption nach einer Auskunft zur benachbarten Amethysten-Mine sowie dem Husky- und Rentierpark frage. Mit reichlich Informationen zugedeckt mache ich mich auf den Weg, um nochmals die Gegend um Luosto zu erkunden, wenn auch unter abermals grauem Himmel.

Die Fahrt geht vorbei an den zahlreichen Blockhütten, die vor allem im Winter, wenn die Gegend mit reichlich Schnee versorgt ist, skifreudigen Touristen einen komfortablen Unterschlupf bietet. Meine Fahrt stoppt an einer Art Arena/Bühne mitten zwischen Bäumen, direkt an einem Hang gelegen. Wie sich später herausstellte, war dies der Austragungsort verschiedener Konzerte, unter anderem der alljährlichen klassischen Konzerte (Luosto Classic). Die Wege bestehen dabei aus einzelnen Holzpfaden und -treppen, die als Vorlage dem Kult-Computergame “Myst/Riven” gedient zu haben scheinen (im Original). Weiter geht’s auf einem der zahlreichen Trekking- und Wanderpfade durch die zum Teil aus Moorgebieten bestehende Natur, die nur mittels Entenpfaden (eine Art 50 cm schmaler Pfad aus aneinandergereihten Holzbrettern) durchwandert werden kann. Obwohl diese Bretter durchaus massiv sind und das mulmige Gefühl von Sicherheit aufkommen lassen, nicht in dem feuchten Etwas unterzugehen, sind einige bereits alles andere als morsch. Und so watet man mit ca. 10 kg Fotoausrüstung über wacklige und rutschige Pfade an’s ungewisse, hoffentliche Ende des Moors.

Mit rund zwei Wochen Verspätung auf die Ruska-Zeit verharrt die Natur in ihrem tiefen Grün. Einzig an einigen Stellen haben Bäume und Pflanzen bereits ihr erstes rotes, orangenes und gelbes Kleid angelegt. Mit grossen Augen stapft ein älteres finnisches Ehepaar mit ihrem grossem, weissen Hund an mir vorbei, als ich mich, fast auf dem Bauch durch den Wald robbend, an mein Objekt der Begierde nähere (siehe Bilder oben). Wie bereits die letzten Tage, als ich die wahnsinnig monströsen Wolkengebilde rund um den Inarisee oder im schwedischen Kalix während meiner Fahrt im Auto entdeckte und hektisch die nächste Haltemöglichkeit suchte und abrupt bremste. Genauso muss es meinem weiblichen Fahrgast von vergangenen Montag ergangen sein, als ich mehrere heftige Bremsmanöver durchführte (ich beruhigte sie, mein Mietwagen hätte ja gute Bremsen).

Morgen bricht mein letzter Tag vor der Abreise an. Samstag früh werde ich bereits wieder im Flieger zurück nach Helsinki und schliesslich back to Zürich sitzen. Spiele jetzt schon mit dem Gedanken, anfangs Oktober für ein verlängertes Weekend wieder hierher zu kommen (und dieses Mal sicherlich zeitlich genau zum Indian Summer).

August 25, 2004

Tag 5: Himmelblaues Schweden

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Heute ging es über das am nödlichen Polarkreis gelegene Rovaniemi (ca. eineinhalb Stunden südwestlich von Luosto) nach Kemi (für abenteuerlustige Eisbären: Eisbrecherfahrten mit der Sampo ab Kemi oder das "SnowCastle": LumiLinna), weiter über Tornio nach Schweden. Nach ca. dreieinhalb Stunden Fahrt durch Regen und Sonnenschein kam ich in Kalix, einer kleinen schwedischen Stadt am Bottnischen Meerbusen an. Im finnischen und schwedischem Teil des Lapplands begegneten mir mehrmals die geliebten Rentiere, die einen zu abrupten Bremsmanövern animierten: Anker werfen, Bremsfallschirm auslösen und in die Pedale treten... bei den meist 100 km/h Höchstgeschwindigkeit auf den Europastrassen ein abenteuerliches Unterfangen. Rege Aufmerksamkeit ist angesagt!

Bei einer kurzen Tankpause an eine der in Schweden weit verbreiteten OKQ8-Tankstellen wurde ich in einen kurzen, intensiven Fight mit einer widerwilligen und sturen Zapfsäule verwickelt. Zur Wahl standen bleifreies Benzin mit 98, 96 und 95 Oktan. Meine Wahl fiel auf letzteres. Die Zapfsäule weigerte sich aber strikt, mir das ausgewählte Benzin zu liefern. Nach einer kurzen Instruktion einer netten, jungen Schwedin konnte auch dieses Problem schnell beseitigt werden. Die Fahrt ging weiter in Richtung Bottnischer Meerbusen und eine der vielen kleinen Siedlungen entlang des Wassers. Ein malerisches Dörfchen folgte dem anderen. Nach mehreren Stunden und zahllosen Aufnahmen unter blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein ging die Fahrt zurück Richtung Rovaniemi (wieder Finnland), für einen erneuten Besuch am Polarkreis und Santa Claus’ Main Post Office. Kaum hatte ich die Landesgrenze überschritten, verwandelte sich der Sonnenschein in den gewohnten Regen der letzten Tage.

Wieder in meinem Hotel in Luosto angekommen, bemerkte ich später beim Abendessen eine Gruppe von Schweizern, die sich angeregt über ihren bisherigen Aufenthalt in Finnisch-Lappland unterhielten. Als das Gesprächsthema, aus irgendeinem Grund, auf Flugshows (weiterer Link) wechselte, und ein Ehepaar davon berichtete, vor rund zwei Wochen auf der Axalp gewesen zu sein, dachte ich wieder: Oops, die Welt ist klein!

Nach dem leckeren Fisch mit Hummersauce sitze ich nun beim Schreiben dieses Berichts und treffe beim Zappen durch die wenigen vorhandenen finnischen TV-Kanäle auf eine mir bereits aus Stockholm (und dem schwedischen Fernsehen) bekannte englische Fernsehserie namens “Cold Feet” (MTV3.fi). Und wieder in englischem Originalton... Cool!

Für morgen bete ich, dass unser Wetter hier im Norden Finnlands endlich ein paar Sonnenstrahlen mehr übrig hat, als es die letzten Tage der Fall war. Der Wetterbericht prophezeit mir zwar etwas anderes... Es bleibt vermutlich nur: Tee trinken und abwarten! Weitere und damit vorletzte Infos folgen Freitag abend...

August 24, 2004

Tag 4: Norden, Osten, Süden, Westen

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09:00 Uhr. Meine Vermutungen vom Abendessen am Vorabend hatten sich bewahrheitet: Eine grössere Reisegruppe von Niederländern war angereist und belagerte nun das Frühstücksbuffet. Konnte man am Morgen zuvor noch die Ruhe geniessen, tobte jetzt ein Kampf um den letzten Lachs, das letzte Brötchen.

Der Wetterbericht hatte für heute mittag Besserung gemeldet. Der Regen der letzten Tage gehört somit hoffentlich der Vergangenheit an. Meine Pläne für heute stehen noch nicht fest, werde die Karte etwas näher studieren, um mein Reiseziel festzulegen. Weitere Infos folgen...

UPDATE:
Meine heutigen Reiseziele waren Kemijärvi, ca. eine Stunde Autofahrt südöstlich von Luosto entfernt, der bekanntere Skiort Pyhä und die Gegend um Luosto (Webcams). Das Wetter war, entgegen der Vorhersage, feucht und mittlerweile bei ca. 10° C angelangt.

Nach einer kurzen Besichtigungstour in Pyhä ging es weiter in Richtung Kemijärvi, einem der wichtigsten Industrie- und Fremdenverkehrszentren Finnlands (weitere Fakten). Dort angekommen erwartete mich ein rauher Wind. Sie hat die nördlichste Bahnstation der Finnischen Staatsbahn (...mehr). Nebst den bereits obligatorischen Fotos der zahlreichen Seegebiete begab ich mich auf Entdeckungsreise durch die umliegende Natur. Ich mutierte zum Wald-und-Wiesen-Fotograf. Zwischen dicken Wolken und dem grauen, faden Licht erblickte ich ab und zu die Sonne und lieferte mir etwas interessanteres Licht für meine Aufnahmen. So stapfte ich ca. eine Stunde durch Wald und Wiese und versuchte gegen den Wind anzukämpfen. Wer schon jemals mit einem Makro-Objektiv versucht hat, auf das Objekt der Begierde (in meinem Fall die finnische Flora) manuell scharfzustellen und das ganze bei ziemlich heftigen Wind, der weiss was ich meine (wer gerne den Stromverbrauch der Kamera-Akkus testen möchte, kann hier gerne auf Autofokus umschalten :-P).

Auf der Rückfahrt nach Luosto machten es sich auf der Strasse einige Rentiere bequem. Ich stoppte sofort am Strassenrand und versuchte, die scheuen Tiere nicht durch unnötige Geräusche in die Flucht zu schlagen. Entgegen meiner Befürchtungen liessen sich die vier Geschöpfe nicht vertreiben und so wanderten sie mit dem typischen Knackgeräusch ihrer Gelenke in ca. 5 Metern Entfernung an mir vorbei, ohne von dem Geräusch meiner Kamera gestört zu sein. Zwischendrin verfluchte ich mehrmals den lahmen Autofokus meines uralten Teleobjektivs, das die Scharfstellung auf das Objekt in durchschnittlich 2 bis 3 Sekunden erledigte. Es war zum Verzweifeln, konnte aber dennoch einige brauchbare Aufnahmen dieser eindrucksvollen Tiere einfangen.

Auf der Weiterfahrt bemerkte ich erstmals die bereits zum Teil roten und gelben Farben der Natur. Die Prognosen der netten Frauen von der Hotelrezeption hatten sich bestätigt. Der Indian Summer, oder "Ruska" wie er hier genannt wird, hatte sich etwas verspätet. Durch den untypisch vielen Regen und das kühle Klima der letzten Wochen hatte den Ausbruch der Ruska-Zeit um mehr als zwei Wochen verschoben und die Farbe Grün war momentan noch die am weit verbreiteste.

Tag 3: Weibliche Turbulenzen...

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09:02 Uhr, abermals ein verregneter Morgen. Ausgeschlafen begebe ich mich in’s Restaurant. Am Frühstücksbuffet herrscht Ruhe, die meisten Gäste haben das Hotel bereits wieder verlassen. Umso besser!

Nach dem Verlassen des Hotels in Inari geht meine Reise in Richtung Raja-Jooseppi an der russischen Grenze, ca. 260 km entfernt von Murmansk. Endlose Strassen mit oft unberührter Natur bilden das Landschaftsbild. Nur ab und an begegnet einem ein einheimisches Auto oder eines aus dem Nachbarland Russland. Auf der Strasse machen sich eine Herde Rentiere breit. In dieser verlasseneren Gegend scheinen diese Tiere eher scheu und es ist schwierig sie ordentlich vor die Linse zu bekommen (ich fluche leise vor mich hin, nicht mit einem Teleobjektiv mit längerer Brennweite ausgestattet zu sein). In anderen Gegenden betrachten Rentiere die Hauptstrassen (Höchstgeschwindigkeit 100 km/h) als Eigentum. Sie lassen sich deshalb auch nicht durch vorsichtiges Heranfahren von der Strasse bewegen. Nach einigen hundert Aufnahmen später geht meine Fahrt wieder zurück in Richtung Rovaniemi, als mich am Strassenrand eine Anhalterin nach meinem Reiseziel fragt. Einige Minuten später erzählt mir die 22-jährige Studentin aus Prag von ihrer bereits 8 Wochen dauernden Reise mit Rucksack. Von ihrem Erlebnis heute morgen, als sie in das Gesicht eines Elchs blickte oder von einem Einheimischen, der sie auf die Bären im Wald hinwies. Nach gut zwei Monaten kannte Jana Finnland und besonders Lappland sehr gut. Nach vielen mehr und weniger finnischen und amüsanten Gesprächsthemen mit ihr machen wir kurz vor Rovaniemi Halt: “...im Santa Claus Park könne man Weihnachtskarten bestellen, die der Santa Claus vom nördl. Polarkreis persönlich an seine Liebsten zu Haus schickt...”, überredet mich Jana mit ihren grünblauen Augen. Kurze Zeit später finde ich mich in einem kleinen Restaurant wieder, als sie mich fragt, mit ihr nach Rovaniemi zu kommen. So fuhren wir nach Rovaniemi und genossen den weiteren Abend...
;-p

...übrigens, die offizielle Adresse von Santa Claus:
Santa Claus' Main Post Office
Santa Village
96930 NAPAPIIRI
Finnland

August 22, 2004

Tag 2: Regen + Sonnenschein

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09:12 Uhr, ein verregneter Morgen. Ein ausgiebiges Frühstücksbuffet mit Fisch, Salat und sonstigen Leckereien erwartete mich im Restaurant (nebenbei das grösste Logwood-Restaurant der Welt). Neben einem finnischen Ehepaar war ich vermutlich der einzige Hotelgast Ende August. Jipiieehhh!
Nach einer kurzen, aber intensiven Fragerunde an die Dame von der Rezeption waren schnell einige Ziele für heute festgelegt. Werde heute in Richtung Sodankylä (nördlich, ca. eine halbe Stunde von Luosto entfernt) und Kemijärvi (in südlicher Richtung) fahren. Weitere Infos folgen am Abend...

UPDATE:
Hatte meine Reisepläne auf der Fahrt in Richtung Sodankylä geändert und bin weiter in Richtung Norden gefahren. Mein Ziel war Inari, ca. 340 km nördlich entfernt von Luosto. Die Fahrt wurde begleitet von heftigstem Regen. Nach gut dreieinhalb Stunden Fahrt erblickte ich endlich Wasser! (Links zu mehr Reisegeschichten und jemandem, der mir einige Tipps zu Finnland's Norden gab: Nordlandseite.de)

Inari liegt am gleichnamigen See, dem drittgrössten Finnlands (doppelt so gross wie der Bodensee) mit mehreren tausend kleineren und grösseren Inseln, die meisten davon unbewohnt. Einige Kilometer von Inari entfernt liegt die Insel Ukonkivi, die als heilige Stätte der Sami bekannt ist (die heilige/gesegnete Insel). Über sie werden mystische Geschichten erzählt.

In diesem Teil Finnlands kommen auf einen Quadratkilometer 2 Einwohner. Endlose Strassen und der weite Horizont bilden hier das Landschaftsbild und natürlich die unendlichen Waldflächen, die einen auf Schritt und Tritt begleiten. Als ich in Inari ankam, hatte ich den Regen erfolgreich in die Flucht geschlagen: Der Himmel liess endlich die Sonne wieder durchscheinen und zeigte ein traumhaftes Wolkenbild. Die lange Fahrt hatte sich also gelohnt. Inari schien ein verschlafenes, dennoch gut besuchtes Touristen-Dörfchen am Wasser zu sein. Besucher aus aller Welt machten hier Halt. Das einzige Hotel im Dorfkern, das (Hotelli Inari), das mir bereits aus dem vierfach ausgezeichneten, wundervollen Film “Zugvögel - Einmal nach Inari” (mit Joachim Król, Peter Lohmeyer, Outi Mäenpää, Regie Peter Lichtefeld, weitere Infos zum Film siehe unten) bekannt war, stellte sich als Anlaufstelle von Touristen, Einheimischen und solchen, die am Abend die Karaoke-Show miterleben wollten, heraus.

Ich erblickte am Ufer des Inarisees zwei Wasserflugzeuge, die den Einheimischen und Touristen ihre Dienste als “Air Taxis” anboten. Ich blickte mit neugierigen und glänzenden Kinderaugen auf die Tafel mit den Infos. Ich fragte den Piloten, betreffend Auskunft über Flug, Dauer, etc. Er bot mir an für EUR 50.– mit drei weiteren Fluggästen einen Flug von 20 Minuten zu machen. Kein schlechtes Angebot! Die anderen Gästen willigten ein und so setzte Reijo, der Pilot zum Start an (Reijo Raumala's Air Taxi). Ich sass in der letzten Reihe, hatte dafür aber Ausblick zu beiden Seiten des Flugzeugs. Der Pilot wies mich nach dem Einsteigen auf die Tüte für Überraschungen aus der Magengegend und die Schwimmweste hin. Als er uns alle mit dem Zeigefinger und einem Grinsen auf die zweite Türe des Flugzeuges aufmerksam machte (er faselte etwas von Notfalltüre), begann ich meine Überlebenschancen auszurechnen, die generell vermutlich nicht gerade allzu gross für die Passagiere im hinteren Bereiche zu sein schienen. Egal, bin ja auch nicht zum Abstürzen, sondern zum Fliegen mit an Bord :-). Als wir in der Luft waren, erblickte ich zum ersten Mal die unzähligen Inseln, die sich über die ganze Fläche des Inarisees verteilten. Wir flogen über Ukonkivi, der heiligen Insel, einer über 300 Jahre alten Kirche auf eine der Inseln und erblickten einzelne Häuser auf einige der Inseln, fernab der Zivilisation. Nach gut 20 Minuten entschwanden wir der luftigen Höhe und landeten wieder auf dem See.

Mein nächster Halt war das Sami-Museum (SIIDA), das am anderen Ende des Dorfes untergebracht war. Nach einem netten Gespräch mit der Museumsangestellten begann ich meine kleine Rundreise durch Geschichte, Sitten/Bräuche, Lebensweise der Ureinwohner Finnlands (akustische Hörprobe). Neben einer sehr interessanten Fotoausstellung mit grossartigen Aufnahmen über die Lebensweise der Sami (der den Kontrast zwischen Hightech und alter Tradition und Brauchtum widerspiegelte), erfuhr ich vieles über die Landschaft, die für sie weit mehr als nur ihre Heimat bedeutete.

Am Abend entschied ich mich, die Nacht in Inari zu verbringen, um am nächsten Morgen wieder die Gegend rund um den See zu erkunden. Im Hotel Inarin Kultahovi angekommen und einem Abendessen und Schlummertrunk später, ging dieser Tag bereits wieder zu Ende.

Infos zum Film "Zugvögel - Einmal nach Inari":
- Kinoplakat zum Film,
- Bericht auf der Website des Hauptdarstellers,
- Filmkritik auf Filmszene.de
- ...und Amazon.de
- Fotos aus dem Roadmovie sowie
- Stills von Bern Spauke (siehe Kapitel Stillphotography),
- Artikel aus NZZ vom 18. Juni 1999,
- Tagesanzeiger vom 16. Juni 1999

Tag 1: Auf der Reise nach...

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Der Tag meiner Abreise begann heute um 04:00 Uhr: Letzte Sachen packen und die morgentliche Prozedur zum Wachwerden (kalte Dusche und kalter Kaffee, wirkt garantiert). Mein Zug fuhr 05:35 Uhr ab Interlaken-Ost in Richtung Bern, danach umsteigen und Weiterfahrt direkt zum Flughafen.

Am Vorabend kam ich aufgrund einiger packtechnischer Problem doch recht in’s Schwitzen: Mein gesamtes Gepäck war auf circa 40 kg Kampfgewicht angelangt, was mir ein bissel Sorgen machte. Erhielt dann am Flughafen prompt die Rechnung und musste Zuschlag zahlen.

Der anschliessende Flug nach Helsinki (mein erster seit zehn Jahren) ging schnell vorüber. Während des Fluges blickte ich mit Neugierde auf die heruntergeklappten 7”-TFTs, die vor dem Flug mittels Kamera die Sicht aus dem Cockpit widerspiegelten. Als das Flugzeug abhob wurde auf eine zweite Kamera umgeschaltet, die die sich entfernende Startbahn aus der Vogelperspektive zeigte. Vor der Landung kam wieder die Cockpit-Kamera in’s Spiel, die den Anflug auf die Landebahn zeigte. Einfach genial! (wie war das noch mit dem Flugsimulator... ?! :-) ). Vor dem Flug dienten die Bildschirme zur Verdeutlichung der Sicherheitshinweise. Ich wartete hier vergeblich auf die artistischen Vorführungen des Flugpersonals, das einem in eingeübter, steifer Manier, fast schon automatisch die Bedienung der Schwimmwesten erklärte.
Während des gesamten Fluges nach Helsinki sah man(n) sich von netten, finnischen Flugbegleiterinnen umringt, die sich mit ihren Wägelchen, bewaffnet mit Essen, Getränke und Kaffee, den Weg durch die engen Gänge bahnten. Gesprochen wurde an Bord in Schwedisch, Finnisch, Englisch und Deutsch. Und das alles von einer Person mit einem netten Lächeln und charmanter Stimme, die dazu noch durch die Gänge in einem geübten Speed an einem vorbei “schwirrte” (Finnair.com). Ich war beeindruckt!

Sitze nun im Augenblick im Flugzeug von Helsinki nach Rovaniemi. Strahlender Sonnenschein und 23° C begleiten mich von Helsinki auf den Weg in den hohen Norden. Nach anfänglichem Umherirren im Flughafen von Helsinki fand ich dann nach einem etwas längeren Spaziergang doch noch den richtigen Schalter für den Weiterflug. Es ist halt alles ein bissel anders, betritt man nach 10 Jahren das erste Mal wieder ein Flugzeug. Und dass man unter Umständen einen halben Tagesmarsch auf sich nehmen muss, um ans andere Ende des Flughafens zu gelangen, ist mir auch schnell wieder bewusst geworden. Und ist es auch noch so früh, am Flughafen erwarten einen immer Schlangen von reisewilligen Menschen vor den einzelnen Schalter, die abgefertigt werden und in alle Lüfte befördert wollen. Jeder Reisende sollte dabei am besten gut durchtrainiertes Sitzfleisch mitbringen. In den Wartehallen lernt man zu Warten und sich den Wolf zu sitzen. Das war meine zweite Erkenntnis an diesem Tag.

Angekommen an dem kleinen Flughafen in Rovaniemi (der “Hauptstadt” Lapplands) bemerkte ich ein junges, nettes Ehepaar aus Zürich, das sich, wie ich, am Schalter für Mietwagen zu schaffen machte. Wir kamen in’s Gespräch. Da war also noch jemand, der mittels Mietwagen halb Lappland “abgrasen” und sich dann irgendwann noch zum Nordkapp hochwagen wollte. Vielleicht treffen sich unsere Wege wieder.

Abends um 19:30 Uhr kam ich in dem kleinen Ort Luosto an, dem Ziel meiner ersten Etappe. Das Örtchen, sollte man es überhaupt als Ort erkennen, besteht aus wenigen Häusern, einem Restaurant, zwei Hotels, etc. Luosto gehört neben seinem Nachbarort Pyhä zu den etwas bekannteren Skiorten Finnlands und wirkt Ende August wie ein verschlafenes Örtchen am Rande der Welt. Umso besser für mich: Keine Touristen und jede Menge Ruhe. Das kleine, rustikale Hotel, das für die nächsten Tage meine Unterkunft sein wird, ist im Stil eines Blockhauses errichtet. Luosto bietet dem Besucher je nach Jahreszeit eine breite Palette an Freizeitaktivitäten: U.a. Canyoning, Rafting, Eisklettern, Rentier- und Husky-Safaris, Fahrten mit dem Schneemobil/Quadbike, Reiten, Trekking, Fischen, Schwimmen, Skifahren, Langlauf, Trekking/Wandern und vieles mehr (weitere Infos unter Try&See).

Das Hotel, umgeben von einem kleinen Wäldchen und einem kleinen See, ist das nördlichste der Scandic Hotelkette (http://www.scandic-hotels.com/luosto und Luosto.fi). Ein paar Stunden später folgten Abendessen (Rentierfleisch) und erste Erkundungstouren in der näheren Umgebung (siehe Photo). Die Sonne schien überhaupt nicht untergehen zu wollen und so war ich bis ca. 0:00 Uhr unterwegs, bis mich schliesslich die Müdigkeit wieder zurück in’s Hotel trieb.

August 20, 2004

Fakten über Finnland/Lappland

Zum Abschluss meiner ersten, kleinen Etappe durch Finnland's Norden hier noch ein paar kurze Fakten zu Land und Leute:

Fläche gesamt:
Finnland: 338'145 km²
Lappland: 93.937 km² (30 Prozent der Fläche Finnlands),
davon 93.057 km² Land und 5.880 km² Wasser
(Zum Vergleich: Irland bedeckt 68.891 km²).

Die gesamte Fläche Finnlands besteht aus 10% Wasserflächen (es gibt insgesamt 188'000 Seen in Finnland), 6% landwirtschaftlich genutzte Flächen, und Wald bedeckt 68% der Fläche Finnlands.

Einwohner:
Finnland: 5.2 Millionen
Lappland: 191'768 (Stand: 31.12.2000),
davon Samen (Ureinwohner Lapplands): 7'000

Bevölkerungsdichte:
Finnland: 17 Einwohner pro km²
Lappland: 2 Einwohner pro km²
(zum Vergleich Deutschland: 230 Einwohner pro km²)

Städte:
Hauptstadt und Verwaltungszentrum ist die Stadt Rovaniemi mit 35.427 Einwohnern (31.12.2000). Die anderen Städte Lapplands sind:
- Kemi (23.689 Einw.),
- Tornio (22.617 Einw.) und
- Kemijärvi (10.484 Einw.).

Die Provinz Lappland ist in 18 Gemeinden aufgeteilt:
Enontekiö, Inari, Keminmaa, Kittilä, Kolari, Muonio, Pelkosenniemi, Pello, Posio, Province de Rovaniemi, Ranua, Salla, Savukoski, Simo, Sodankylä, Tervola, Utsjoki, Ylitornio.

Sprachen/Religion:
92% finnischsprachig, 6% schwedischsprachige Finnen.
85% der Finnen sind Protestanten und 1% Orthodoxe.

Weitere Facts zu Finnland und Lappland:
- Fakten zu Finnland (Nicht Safari kompatibel)
- Nützliches von A-Z