Travel log book Stockholm

December 2004/January 2005

Januar 10, 2005

Blick in den Rückspiegel

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Montag, 3. Januar 2005
Heute begann mein letzter Tag in dieser knapp 800’000 Einwohnerstadt im Norden. Ich streifte ein letztes Mal durch Stockholm's City für einige Aufnahmen in der Stadtmitte, am Hafengebiet und schliesslich in Richtung Uppsala. Einen Tag zuvor hatte ich im Fernsehen einen Bericht über den Raser von Stockholm gesehen. Einem schwarz bekleideten Ghostrider (Film mit Verfolgungsjagden (42.5 MB) und Forumsgeplänkel zu diesem Thema), der sich mit seinem Motorrad (oder sollte ich besser sagen «Höllenmaschine»?!) bereits mehrere wilde und teils spektakuläre Verfolgungsjagden mit der Polizei geliefert hatte. Ich fuhr exakt auf dieser berühmtberüchtigten Strasse.
Wieder zurück in Stockholms Hafengebiet machte ich mich erneut auf die Pirsch zwischen Eingeborenen und all den Touristen, die auch während der etwas kälteren Jahreszeit hier oben im Norden ihre Freude an dieser schönen Stadt zeigten. Zu meinem Verwundern hatte sich während der letzten sieben Tage kein einziges Flöcklein Schnee gezeigt. Nun gut, entweder hatte Petrus es einfach zu gut mit all den Autofahrern und Pendlern gemeint oder ihm ist einfach die Schneemaschine über die Feiertage eingerostet. Na ja, dafür war die Stadt mit den 14 Inseln (und 53 Brücken) in den letzten drei Jahren mit dem weissen Etwas reichlich belohnt worden.

Dienstag, 4. Januar bis Freitag, 7. Januar 2005
Einen Tag später trat ich schliesslich meine 12-stündige Rückfahrt zu einem letzten Zwischenstopp nach Hamburg an (mit wehmütigem Blick in den Rückspiegel). Ein freundliches «Good bye» und eine langhaarige, blonde Schönheit verabschiedeten mich an der Rezeption meines Hotels. Zuvor genoss ich noch den letzten Blick aus dem 15. Stockwerk des gläsernen Fahrstuhls und dackelte anschliessend mit meinen 40 kg Reisegepäck in Richtung tiefgekühlten Mietwagen. Der Abschied von Stockholm fiel mir dieses Mal alles andere als leicht, hatte ich mich doch in den letzten sieben Tagen hier sehr wohlgefühlt und eingelebt. Hamburg (!!) wurde doch tatsächlich auf Platz 2 der Rangliste meiner Lieblingsstädte verbannt (das muss schon was heissen...). Wie auch immer, gegen 10 Uhr startete ich nun meine Rückreise nach Norddeutschland. Ich konnte es mir allerdings nicht verkneifen, noch ein letztes Mal meine Lieblingsplätze in Stockholm anzusteuern und mich so für ein nächstes Wiedersehen zu verabschieden.
Die Fahrt zog sich, wie gewohnt, ewig hin. 12 Stunden Fahrt konnten mir normalerweise nichts anhaben. Aber mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h gestaltete sich das Ganze zu einer Art Traktorfahren auf der Autobahn. Am unteren Zipfel Schwedens, genauer gesagt Malmö, verlief die Fahrt wieder über die gewaltige Øresundbrücke (Mautgebühr DKK 235.00. ca. CHF 48.00, Fotos der Brücke) und den Storebælt/Grossen Belt (Mautgebühr DKK 250.00, ca. CHF 50.00, Fotos der Storebælt-Brücke), dieses Mal mit etwas weniger starkem Wind wie auf der Hinfahrt. Irgendwann am späten Abend kam ich schliesslich in «meinem» Hamburg an. Das Zuhause der ersten Nacht fand ich in meinem Hamburger Stammhotel (Suitehotel). Danach verbrachte ich die Nächte bei einer Freundin im Hamburger Stadtteil Altona (ca. 6 Min. Fahrtzeit vom Hamburg Zentrum entfernt). So gingen die letzten drei Tage im Norden zu Ende, bevor ich dann am Freitag den 7. Januar wieder die ersten Schweizer Worte vom Kapitän meines SWISS-Fliegers (Jumbolino) vernahm. Die Maschine hob pünktlich ab und liess den Hamburger Boden unter sich entschwinden. 90 Minuten später landeten wir auf Schweizer Boden und ich war einigermassen froh, in gut vier Stunden wieder «meine» Berge und meine vier Wände um mich herum zu haben. Der Zug fuhr pünktlich ab und ich verstaute meine 40 Kilo in den InterCity nach Interlaken-Ost. Anschliessend ging's dann, wie konnte es auch anders sein, zurück nach Brienz und ich spürte sogleich das rege Treiben dieses kleinen Dorfes: Um 20:30 Uhr an diesem Freitag waren die Strassen wie leergefegt, keine Menschen oder Autos waren zu sehen (hilfeeeee...). Ich beruhigte mich: Manchmal braucht der Mensch eben so etwas wie eine Art Kontrastprogramm: Flache Grossstadt mit regem Verkehr zu etwas «ruhigerem» Dorf mit Bergen ringsherum.

Nun denn, soviel zu meinem kleinen Reisebericht über Stockholm und Hamburg. Die nächsten Zeilen aus dem Norden werden vermutlich aus Ålesund (in der Nähe von Bergen gelegen) folgen, wenn ich nicht wieder der Schönheit Stockholms verfalle :-).

Im Anschluss noch einige bekannte Söhne und Töchter Stockholms:
- Benny Andersson (Musiker, ABBA)
- Bibi Andersson (Schauspielerin)
- Ingrid Bergman (Schauspielerin)
- Greta Garbo (Schauspielerin)
- Lasse Hallström (Filmregisseur)
- Sven Hedin (Forschungsreisender)
- Alfred Nobel (Chemiker und Unternehmer)
- Olof Palme (Politiker und Ministerpräsident)
- August Strindberg (Schriftsteller)
- Maj Sjöwall (Schriftstellerin, mit Ehemann Per Wahlöö: Kommissar Beck)

Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 7:
Invånare - Einwohner
Centralort - Hauptstadt
Riksdagshuset - Parlament/Regierungsgebäude
Valresultat - Wahlresultat
Skolan - Schule
Kungliga Tekniska Högskolan - Königlich Technische Hochschule
Handelshögskolan - Handelshochschule
Utbildning - Ausbildung
Norra - Nördlich
Östra - Östlich
Södra - Südlich
Västra - Westlich
Båten - Boot
Huset - Haus
Kyrka - Kirche


Januar 2, 2005

Feindberührung ;-)

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Der zweite Tag des Jahres 2005 hat begonnen. Ein Blick aus dem Fenster bringt die Bestätigung auf den gestrigen Wetterbericht im Schwedischen Fernsehen. Heute morgen herrscht ein graues Bild, mit lauschigen Temperaturen um die 4° C. Auf der Karte plane ich meine heutigen Ziele (in der Hoffnung, die Wolken würden sich wieder in die Flucht schlagen lassen). Nach dem Frühstück um 10:00 Uhr hat Monsieur Petrus meine Gebete erhört und liefert, wie bestellt, die ersten Sonnenstrahlen. Prima, somit kann meinem Ausflug in die Stadt nichts mehr im Weg stehen. Meine Ziele heute sind Skeppsholmen, Strandvägen mit der «Museumsinsel», die mehr als 10 Museen beherbergt. Am Nachmittag, kurz vor Sonnenuntergang, plane ich noch einen Abstecher zum Königspalast und (zum hundertsten Male) der Altstadt um Gamla Stan sowie dem Königspalast. Kurz vor den letzten Sonnenstrahlen werde ich mich dann noch in Richtung Stadshuset aufmachen. Das Stadshuset ist das sogenannte Stockholmer Rathaus, dort wo der Nobelpreis verliehen wird.
Doch zuvor werde ich noch zum Technikkaufhaus El Giganten (Kungens Kurva) pilgern und einen kurzen Besuch dem weltgrössten IKEA-Hauses abstatten. Die Ladenöffnungszeiten scheinen auch an diesem Sonntag nichts aussergewöhnliches zu sein. So kann der einkaufssüchtige Stockholmer an 7 Tagen in der Woche mit Öffnungszeiten bis 22 Uhr seinen Konsum stillen.

Inzwischen hat die Sonne das Schmuddelwetter verdrängt und lädt die Stockholmer (und Touristen) zu einem gemütlichen Sonntagsspaziergang ein. Am Strandvägen nehme ich Kurs auf die zahlreichen Linienschiffe sowie die Brücke mit den berühmten «goldenen» Kronen (im Hintergrund der Königspalast). Meine ersten Opfer sind zwei junge Schwedinnen aus Malmö, am unteren «Zipfel» von Schweden, die ich sogleich auf meine Fotospeicherkarte verbanne. Anschliessend folgt das obligatorische «Where are you from...», «Hej, what's your name» und das Austauschen von eMail-Adressen. Nach einem kurzen Gespräch und dem «Good bye» geht's dann 10 Minuten später wieder weiter über die Brücke mit den goldenen Kronen auf die Museumsinsel für einzelne Aufnahmen am Wasser.
Mittlerweile ist die Sonne schon wieder dabei, unterzugehen. Auf dem Rückweg über meine geliebte Brücke versuche ich einige Fotos vom Königspalast mit dem (kitschigen) Sonnenuntergang zu schiessen und dabei auf dem schmalen Fussgängerweg niemand mit meinem Riesenstativ zu Fall zu bringen.
Ich steuere mit meinem Mietwagen meine nächsten Ziele an: Gamla Stan und schliesslich das Stadshuset. Der Wind hat inzwischen an Kraft gewonnen und bläst einem mit steifer Brise in's Gesicht. So werden aus den Temperaturen knapp über Nullgrad eisige Minusgrade. Ich schaue auf die Akkuanzeige meiner Kamera und bin beruhigt. Die Kälte scheint meinem Stromlieferanten nichts anzuhaben. Nach weiteren eisigen Bildern später am Stadshuset verbrauche ich den letzten Platz auf meiner Speicherkarte. Am späten Abend drehe ich um und kehre zurück zum Hotel: Fotos auf das Powerbook laden, aussortieren und auswählen.

Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 6:
Hej - Hallo
Vällkommen - Willkommen
Tack - Danke
Nein - Nej
Bra - Okay
Du - Du
Jag - Ich
Vi - Wir
Kung - König
Furstinna - Prinzessin
Prins - Prinz
Slottet - Schloss
Dansa - Tanzen
Rum med utsikt - Zimmer mit Aussicht
Förnuftig - Vernünftig
Översättning - Übersetzung


Januar 1, 2005

Willkommen im neuen Jahr

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Der erste Tag im neuen Jahr beginnt mit Sonnenstrahlen und dem Frühstück um 11:30 Uhr. Das Frühstücksbuffet ist um diese Uhrzeit noch gut besucht. Ich jongliere mit meinem Teller durch die Meute hungriger Mäuler. Nach meiner Rückkehr um 03:00 Uhr vom grossen Silvestertrubel hat sich die Müdigkeit schnell bemerkbar gemacht. Ebenso die Touren der letzten Tage an der frischen Luft. Heute heisst es Ausruhen, Fotos auswählen, relaxen, flirten, etc. Entdeckte heute morgen auf dem Parkplatz vor dem Hotel noch weitere Bewohner vom anderen Planet: Hamburger, Münchner und Ulmer. Meine Zimmernachbarn sind heute morgen schon wieder quietschfidel, äussert munter und sportlich aktiv. Egal, ich genehmige mir für meine Ohren zwei Kopfhörer und Tears for Fears' neues Album «Everybody loves a happy ending». Quelle des unteren Fotos.

Mehr an dieser Stelle wieder morgen...

Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 5:
Måndag - Montag
Tisdag - Dienstag
Onsdag - Mittwoch
Torsdag - Donnerstag
Fredag - Freitag
Lördag - Samstag
Söndag - Sonntag
Dag - Tag
Månad - Monat
År - Jahr
Januari - Januar
Februari - Februar
Mars - März
April - April
Maj - Mai
Juni - Juni
Juli - Juli
Augusti - August
September - September
Oktober - Oktober
November - November
December - Dezember


Dezember 31, 2004

Guten Rutsch/Gott nytt År!

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Noch gut zweieinhalb Stunden bis zum grossen Knall und das Jahr 2004 ist schon wieder Vergangenheit. Viel zu schnell sind die letzten 12 Monate an einem vorbeigerauscht. Leider endet das Jahr 2004 für viele Menschen in tiefer Trauer. In Gedenken an die sinnlosen Opfer der Flutkatastrophe in Asien...

Wünsche allen Lesern dieser Zeilen viele bleibende, schöne Augenblicke im alten Jahr und einen guten Start in’s neue. Alles Gute für 2005! Ausserdem all meinen Kolleginnen und Kollegen viel Glück für den Relaunch und Start der neuen Jungfrau Zeitung in gedruckter Form sowie online (jungfrau-zeitung.ch).

P.S.: Leider hat mir bisher die Zeit gefehlt, die letzten zwei Tage an dieser Stelle nachzuführen. Morgen, am ersten Tag im neuen Jahr werden jedoch weitere Zeilen folgen, aus der schönsten Stadt im Norden :-)


Kurz vor dem grossen Knall

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11:00 Uhr. Habe meine Sachen gepackt. Heute plane ich meine Flucht aus dem lauten Hotel an der E4/E18. Endlich! Mein neues Zuhause, das Scandic Ariadne, hat mir auf der Website schon einiges verraten. Das Zimmer soll mit grossen Fenster in Richtung Fähranleger liegen. Ich nutze die Zeit zwischen Check-Out und Check-In für einen Abstecher in die Altstadt direkt neben dem Königspalast. An diesem letzten Tag im 2004 scheint ganz Stockholm auf den Beinen zu sein. Alle Geschäfte haben geschlossen, bis auf einige wenige Souvenirshops und Fastfood-Läden im Zentrum (McDoof, Max, Subway, 7Eleven, und wie all diese Gourmetschuppen noch heissen).
Gegen 14:00 Uhr öffne ich schliesslich die Tür zu meinem Hotelzimmer im Scandic Ariadne. Aus dem 15. Stockwerk dieses «Hochhauses» am Hafen blicke ich am Wasser auf die eindrucksvolle, 200 Meter lange Silja Serenade (Silja-Line), die in 985 Kabinen Platz für 2'852 Passagiere bietet. Das Hotel übertrifft meine Erwartungen. Nebst dem gewaltigen Ausblick auf die Hafengegend bietet das Hotel allen Gästen, die auch während des Urlaubs nicht auf die elektronische Kommunikation zur Aussenwelt verzichten wollen Wireless LAN und Highspeed Internet (DSL).
Eine halbe Stunde später mache ich mich auf den Weg in das Stadtzentrum von Stockholm. Innerhalb der nächsten halben Stunde wird die Sonne untergehen. Ich düse vorbei am Schwedischen Filminstitut, dem Schwedischen Fernsehsender und Radiosender in Richtung Gamla Stan, meinem Ausgangspunkt für alle Ziele/Fahrten innerhalb Stockholms der letzten Tage.

14:50 Uhr. Die Sonne bleibt nur noch für wenige Minuten am Himmel. Will man einen gelungenen Sonnenuntergang vor die Linse bekommen (vorausgesetzt der Himmel wird nicht durch dicke Wolken verhüllt), so muss man bis kurz vor dem Untergang auf die letzten Sonnenstrahlen warten, wenn das Licht noch gerade über dem Horizont erkennbar ist. Es bleiben einem jedoch nur wenige Minuten dafür, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.
Sechs Fotostunden später mache ich mich auf den Rückweg zum Hotel. Vor dem grossen Trubel um Punkt 12 möchte ich noch kurz im Hotel eine kurze Verschnaufpause einlegen und kleinere Vorbereitungen für den grossen Bumms treffen: Akkus laden, Objektive und Filter von Staub entfernen und zuletzt noch kurz unter die kalte Dusche hüpfen, bevor's dann gegen 23:00 Uhr wieder losgeht. Habe auf dem Rückweg schon Ausschau nach geeigneten Locations für meine Silvesteraufnahmen gehalten.

23:30 Uhr. Die letzte halbe Stunde des alten Jahrs beginnt mit einem Verkehrschaos auf den Strassen. Dutzend der schwarzen Stockholmer Taxis verstopfen die Strassen im Zentrum und «transportieren» mehr oder weniger alkoholhaltige Fahrgäste zu den zahlreichen Silvesterparties. Ich nutze immer wieder Schlupflöcher im Verkehrsknäuel und steuere meinem Ziel zu.

23:57 Uhr. Ich befinde mich am grossen Weihnachtsbaum am Skeppsbron in der Nähe des Königspalastes inmitten von zahlreichen feiernden Schweden und Touristen. Kurz nach Zwölf beginnt das grosse Feuerwerk und die unzähligen kleineren der feiernden Menschen. Auch dieses Jahr mischen sich wieder Raketenschwaden und lautstarkes Silvestergeknalle mit Neujahrsgrüssen in Französisch, Italienisch, Englisch, Russisch und Deutsch. Nach hunderten von Fotos begebe ich mich gegen 03:00 Uhr wieder ausgepowert zurück zum Hotel. Wieder im Hotelzimmer angekommen blicke ich hoch oben über der Stadt ein weiteres Mal auf die letzten, vereinzelnten Raketen.

In diesem Sinne: Es guets nois/ein gutes neues Jahr!

Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 4:
Röda Rosar - Rote Rosen
Tilsammans - Zusammen
Hjärtklappning - Herzklopfen
Kärlek - Liebe
Kvinna - Frau
Flicka - Mädchen
Människa/Karl - Mann
Yngling - Junge


Dezember 30, 2004

Donnerstag: Ruhetag

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Heute beginnt der letzte Tag in meinem lärmigen Hotel, bevor ich morgen in mein neues Zuhause am Freihafen umziehe. Für heute wurden starke Windböen und Sturm vorausgesagt, was sich mit starker Bewölkung über Stockholm ankündigt. Die passende Gelegenheit, meinen Reisebericht der letzten Tage aufzuarbeiten, der etwas hinterherhinkt. Aus diesem Grund werde ich an dieser Stelle auf Fotos vom Vortag zurückgreifen.
Der einzige Schritt an die Aussenwelt ist der zu einer der Statoil-Tankstellen, zur Versorgung mit Benzin und kleineren Fressalien. In den Nachrichten wird von mittlerweilen, unglaublichen 120’000 Todesopfern beim schweren Erdbeben und der Flutkatastrophe in Asien berichtet.

Weitere Zeilen aus dem Norden wieder morgen...

Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 3:
Hiss - Aufzug/Lift
Dörr - Türe
Nödutgångar - Notausgang
Nödsignal - Notruf
Larma - Alarm
Rödda - Rettung
Brandkåren - Feuerwehr
Polis - Polizei
Ambulans - Rettung
Röda Korset - Rotes Kreuz


Dezember 29, 2004

Mit U2 auf Stockholm's Strassen

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Mittwoch, 29. Dezember 2004, noch gut drei Tage bis zum grossen Knall im neuen Jahr.
Plane heute einen Abstecher nach Nynäshamn, südlich von Stockholm. Das Wetter zeigt sich erneut von seiner bewölkten Seite. Ich hoffe dennoch ein paar brauchbare Aufnahmen machen zu können. In Form einer leichten Erkältung spüre ich langsam die «Spätfolgen» meiner Fotoaufnahmen aus dem offenen Fenster im 15. Stock meines Hamburger Hotels vor einigen Tagen... wer spannende Fotos machen möchte, der muss auch mal dafür leiden, denke ich mir dann wieder dabei...
Mittlerweile habe ich mich im regen Grossstadtverkehr von Stockholm und Umgebung bestens eingelebt. Mein Fahrstil hat sich dem der Eingeborenen hier prima angepasst. Im Hintergrund läuft aus U2's neuem Album «How to dismantle an Atomic bomb» Track Nummer 6: «All because of you». Ich liebe diesen Song. Bestens geeignet für den Verkehr auf Stockholm's Strassen :-). Die Temperaturen bewegen sich heute zwischen +1 und -1° C. Morgen werde ich in ein anderes Hotel im Osten Stockholms umziehen, direkt im Freihafen. Dort wo all die grossen Fähren Menschen in alle Ecken von Skandinavien und den baltischen Ländern befördern. Endlich kann ich den Lärm des jetzigen Hotels hinter mir lassen. Auf die Dauer wird's echt zur Zumutung, immer diesen Lärm vom Strassenverkehr um die Lauscher zu haben. Man braucht in diesem Hotel wirklich keinen Wecker oder Weckdienst vom Hotel zu beauftragen, um morgens zu einer bestimmten Zeit wach zu werden. Pünktlich mit dem Arbeitsverkehr wird man aus dem Schlaf gerissen und hat so Gewissheit, ganz bestimmt nicht mehr aus Versehen und Müdigkeit einzuschlafen.
Muss heute abend schmunzeln, als ich mit meiner Fotoausrüstung vollbepackt aus dem Aufzug in Richtung Parkplatz wandere, als ich plötzlich an der Rezeption zwei junge Frauen im Bikini neben einem älteren Mann in dicken Winterklamotten entdecke. Soviel zum Kontrastprogramm in dem lauten Hotel an der Schnellstrasse. Wollte heute nach dem Abendessen nochmals kurz für ein paar nächtliche Aufnahmen in's Stadtzentrum düsen (der Mond war heute besonders klar und deutlich zu erkennen). Leider verschwindet mein fotogenes Opfer nach dem Essen hinter einer dicken Wolkendecke. Ich kehre wieder um…
Habe mir heute den ganzen Tag wieder ein paar Mal fast meinen werten Unterkiefer ausgehängt, nachdem mir während meiner zahlreichen Erkundungstouren einige der «nordischen» Schönheiten begegnet sind (was mal wieder einem der vorherrschenden Klischees betreffend Haarfarbe entgegenwirkt). Zum Glück sind dieses Mal die Abstände zu meinem Vordermann nie wirklich knapp geworden, was auch schon desöfteren der Fall war. Typisch Mann eben! Erst schauen, grosse Augen kriegen, Unterkiefer Richtung Süden herunterklappen und dann fast schon zu spät bremsen...

Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 2:
Fisk - Fisch
Ris - Reis
Potatis - Kartoffeln
Choklad - Schokolade
Björnbär - Brombeer
Frukost - Frühstück


Dezember 28, 2004

Irrfahrt durch Stockholm

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Heute morgen startet der Tag mit dem Packen meiner Siebensachen für die grosse Fahrt in den eisigen Norden. Am Vorabend noch schnell den Tank gefüllt und mit Reiseproviant versorgt. Nach dem Aufwachen um 08:00 Uhr noch ein letztes Foto vom langsam erwachenden Hamburger Stadtteil St. Georg aufgenommen.
Die Abfahrt beginnt an diesem Dienstag morgen gegen 09:30 Uhr, mit voraussichtlicher Fahrzeit von 12 Stunden. Ankunftszeit in Stockholm also gegen 21:30/22 Uhr. Die Fahrt führt in Richtung Kiel und Flensburg, vorbei über den Nord-Ostsee-Kanal. Die Reise durch Dänemark gestaltet sich als sehr windig. Starke Seitenwinde auf der Øresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö verlangen rege Aufmerksamkeit. Das Vorbeifahren an den monströsen, gewaltigen Pfeilern der Brücke muss durch plötzliches Gegenlenken ausgeglichen werden. Die Strassen in Dänemark und Südschweden sind schneefrei, die Temperaturen bewegen sich um den Gefrierpunkt (Verkehrsbericht online: trafiken.nu).
Am späten Abend In Stockholm angekommen, mache ich mich auf die Suche nach meinem Hotel. Ich versuche die ausgedruckten Routenpläne (siehe ViaMichelin.com) zu «deuten» und suche unter mehrmaligem, heftigen Fluchen nach den dort erwähnten Strassennamen. Alles in allem gestaltet sich die Suche schwieriger als erwartet und wird so zur 2-stündigen Irrfahrt. Mir war klar, dass ich mit meinem Auto in den mir bisher unbekannten Gefilden von Stockholm um Solna herum irre. Mir wird erneut klar, wieso ich in meinem alten «Ex-Auto» ein Navigationssystem mit einer beruhigen, weiblichen Stimme hatte. Wie auch immer... irgendwann düse ich an der Europastrasse E4/E18, die direkt durch Stockholm führt, an einem grossen Gebäude mit der pinken Leuchtbeschriftung «Scandic» (Järva Krog) vorbei. Ich hatte es geschafft und so erreichte ich mit grossem Aufatmen gegen 0:30 Uhr mein Hotel.
Der erste Eindruck vom Hotel war: Etwas hellhörig, direkt an der Autobahn/Schnellstrasse (viel Lärm). Egal, mir waren diese Dinge für den Moment schnurzpiepe («...who cares») und ich steuerte in Richtung Bett. Soviel vom ersten Tag in Stockholm.

Anhang:
Schwedisch Sprachkurs, Teil 1:
Lärmbevakning - Alarmanlage
Infart/Utfart - Einfahrt/Ausfahrt
P-Platser - Parkplätze
Bil - Auto
Flygplatsen - Flughafen


Dezember 27, 2004

Hamburg lebt!

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Das Wetter an diesem Montag morgen macht mir einen saftigen Strich durch die Rechnung. Dicke Wolken hängen über der Millionenstadt an der Elbe. Nur ab und zu dringt die Sonne durch die dichten Wolken und bietet wenig Licht für spannende Aufnahmen. Nach den Feiertagen präsentiert sich der Montag in der Grossstadt wieder voller Leben: Viele wollen die Geschenke der letzten Tage umtauschen oder zurückgeben. Der Verkehr auf den Strassen zeigt sich wieder in seinem gewohnt, hektischem Bild. Endlich kann ich wieder den stressigen, schnellen und mehrspurigen Verkehr in dieser Stadt geniessen.

Mein Ziel ist heute das Gebiet rund um Hammerbrook. Nach einem 10-minütigen Fussgang durch den alten Elbtunnel gelange ich auf die andere Elbseite. Von dieser Seite geniesst man einen traumhaften Blick auf die «Skyline» des Hamburger Hafens, den Landungsbrücken mit all den Ausflugsschiffen und Fischrestaurants sowie der Rickmer Rickmers (siehe zweites Foto vom Vortag).

Ich geniesse den letzten Abend im 15. Stock meines Hotels. Morgen werde ich meine Fahrt weiter in den eisigen Norden nach Stockholm antreten. Mein Mietwagen, ein Fiat Stilo ist startklar für die ca. 12-stündige Fahrt.


Dezember 26, 2004

Eine Stadt schläft

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Samstag, 25. Dezember 2004
Der zweite Tag in Hamburg hat begonnen. Die Stadt wirkt am ersten Weihnachtstag wie ausgestorben. Nur wenig Verkehr zeigt sich in den sonst so überfüllten Strassen in der Innenstadt. Ich steuere Richtung Hamburg Hafen (Link: Java-Applet). Auch hier keine Spur von Touristen und Einheimischen. Das Wetter zeigt sich gnädig für einige erste Fotos am Wasser. Etwas später begebe ich mich für weitere Fotos auf den Weg in Richtung Strandweg, meinem ehemaligen Wohnort in Hamburg (noch ein paar Fotos mit «modischen» Brillenträgern) im Hamburger Stadtteil Blankenese. Am Nachmittag ermöglicht mein Hotelzimmer ein paar luftige Fotos aus dem 15. Stockwerk meines Hotels (Suite Hotel, siehe auch Eintrag vom 27. Dezember). Ich beende den Tag mit einer Freundin und einem Schlummertrunk in der Haifischbar direkt am Hafen. Im Hintergrund laden lautstark bekannte Lieder von Freddy Quinn und Hans Albers («Der blonde Hans») die Kneipenbesucher zum Mitsingen ein.

Sonntag, 26. Dezember 2004
Der Morgen beginnt grau in grau. Der Himmel über Hamburg zeigt sich etwas bewölkt. Langsam kehrt das Leben in die Grossstadt zurück. Menschenmassen drängen sich an diesem Sonntag in den Einkaufsstrassen, andere geniessen den Tag an der Elbe. Ich geniesse am Mittag das schon fast obligatorische Krabbenbrötchen am Hafen. Nach einer mehrstündigen Fotosafari durch Stadmitte, Hafengebiet und Wilkomm Höft (Achtung: «Nervöse» Webcam) an der Elbe in Wedel/Schulau (dort wird jedes vorbeifahrende Schiff mit der jeweiligen Nationalhymne begrüsst) kehre ich zum Hotel zurück. Am Abend geht meine Fahrt nochmals in Richtung Hafen. Als ich an den Landungsbrücken ankomme erblicke ich ein Hochhaus direkt am Hafen, das dort neu erbaut sein musste und ich auf meinen vorigen Erkundungstouren bisher nicht entdeckt hatte. Als sich dieses Hochhaus zu bewegen scheint, erkenne ich darin ein Riesencontainer-Schiff. Ich verpasse leider rechtzeitig ein Foto davon zu schiessen. Wieder zurück im Hotel angekommen zieht wie schon am Morgen starker Nebel auf und umgibt die Stadt in mystisches Licht. Der zweite Weihnachtstag endet mit einem Schock, als ich im Fernsehen die Nachricht vom schweren Erdbeben und der Flutkatastrophe in Asien mit anfänglich 6000 Todesopfern erhalte. Diese schon unglaubliche Zahl sollte in den nächsten Tagen noch dramatisch ansteigen...


Dezember 24, 2004

Frohe Weihnachten/God Jul!

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Die zweite Etappe meiner kleinen Reise in den Norden ist erreicht: Hamburg. Nach fünf Tagen im wilden Süden Deutschlands hob die Maschine der Lufthansa pünktlich in Stuttgart ab. Eine Stunde später kam ich in der 1.8 Mio. Stadt im Norden an. Kaum angekommen hiess erst bereits Mietwagen übernehmen und im Hotel einchecken. Ein eindrucksvoller Blick auf die Stadt bot sich aus meinem Hotelzimmer aus dem 15. Stock.

Soviel für den Moment....
In den nächsten Tagen an dieser Stelle mehr Zeilen aus der Stadt an der Elbe.

Wünsche allen ein frohes, ruhiges und erholsames Weinachtsfest!

Micha


Dezember 19, 2004

Vier Buchstaben, 40 Kilo und Schoggi

Aufgrund der aktuellen und tragischen Ereignisse in Asien erfolgen meine Berichte der letzten Tage erst morgen, Donnerstag abend. Vorerst der 19. Dezember 2004...

Sonntag den 19. Dezember begann meine Abreise in den wilden Süden Deutschlands.
In der Nacht fiel der von den Skiregionen so langersehnte Schnee. Die Zugstrecke Brienz–Interlaken war am Morgen aufgrund eines steckengebliebenen Zuges gesperrt. Meine Siebensachen waren gepackt und verbrachten die meiste Zeit auf der Waage. Mein Reisegepäck wog nun alles in allem an die 40 Kilo (ich begann im Kopf die Kosten für das Übergepäck auszurechnen: 1% vom Flugpreis pro kg...). Meine Reisetasche bestand zu 90% aus meiner Fotoausrüstung und den restlichen 10% aus Klamotten, die zur Polsterung der Ausrüstung diente.

Etwas später entnahm ich auf der Website der SBB, dass der Zugbetrieb zwischen Brienz (noch'n Link, auch sehr speziell: Brienzersee.ch) und Interlaken wieder aufgenommen wurde. Die Fahrt konnte also wie geplant stattfinden. Es begann zu regnen. Ich dackelte zum Bahnhof und beobachtete die seltsamen Gestalten, die an diesem ungemütlichen Sonntag mittag im Schneematsch um den Bahnhof herum(schw)irrten. Der Zug hatte natürlich an diesem Tag rund 5 Minuten Verspätung (ich grübelte, ob in Interlaken-Ost noch ausreichend Zeit für den Anschluss nach ZH-Flughafen hatte). Rund eine Viertelstunde später war ich bereits auf dem Weg zum Flughafen. Soweit so gut! Noch etwas schlaftrunken wollte mich eine junge Frau von der anderen Fensterseite in ein Gespräch verwickeln (ich dachte nur: «Hilfe, wieso kann ich nicht irgendwann und irgendwo einmal ein paar Minuten für mich sein?!»). Ich warf ihr ein paar unverständliche Worte zurück, etwas was nicht einmal ich verstand (aber wenigstens in der Hoffnung, das Gespräch abrupt, wenn auch sehr unhöflich, zu beenden...). Sie verstand und ich verabschiedete mich von ihr, als sie eine Zugstation später auch schon wieder aussteigen musste.
Einige Minuten später hielt ich dem SBB-Schaffner meine online bestellte und ausgedruckte Fahrkarte hin. Zugegenermassen sah das «Ding» schon ziemlich einfach, selbstgebastelt und unglaubwürdig aus. Aber er nahm das Blatt A4-Papier mit dem Code entgegen, prüfte es misstrauisch und warf mir ein knappes «Merci» zurück.

Ca. zweieinhalb Stunden später sah ich mich auch schon am Bahnsteig des Flughafens aussteigen. Ich folgte der Meute von reiselustigen Menschen, die sich an diesem Sonntag durch die zahlreichen, fast endlosen Gänge quälten. Am Check-In 1 verabschiedete ich mich von meinem «leichten» Reisegepäck und der Stativtasche. Lediglich mein Schlepptopp und die Stofftasche, die verdächtig nach Käse roch, sollten mich in den Flieger begleiten. Nach der «Ziehen-Sie-bitte-mal-die-Schuhe-aus»-Aktion bei der Personenkontrolle machte ich mich auf den Weg zum Gate A08. Ein Blick auf die Monitore mit den Flugverbindungen liess nichts gutes erahnen. Alle Flüge waren als «Verspätet/Delayed» gekennzeichnet. Und so verging Stunde um Stunde und der Abflug meiner Maschine verschob sich immer mehr. Das «Sich-den-Wolf-Sitzen» kannte ich ja bereits von meinem Flug nach Helsinki/Rovaniemi im August, aber an diesem Tag wurde die Geduld und Ausdauerfähigkeit meiner vier Buchstaben auf eine harte Probe gestellt. Ich unterhielt mich mit einer jungen Hannoveranerin, die ebenfalls seit längerem in einer der zahlreichen Sitzreihen der Wartehalle ausharrte. Ich zählte zwischenzeitlich gelangweilt die Anzahl Kaugummis, die sich unter dem Sitz angesammelt hatten (Mahlzeit...). Nach rund 5 Stunden hiess es dann endlich Boarding! Die Maschine, eine «alte» Crossair-Maschine (Typ Embraer) bot für Leute über 1,80 Meter nicht genug Platz über der Birne, um aufrecht zu stehen. Wenig später hob Flug Nummer LX 1174 ab und liess das Lichtermeer von Zürich-Kloten unter sich.
Ich musste schmunzeln, als die Flugbegleiterinnen den Passagieren die obligatorische SWISS-Schoggi herumreichte und sich im Anschluss das fast schon synchrone Auspacken durch lautes Geraschel hörbar wurde.

Irgendwann im wilden Süden Deutschlands, in Stuttgart angekommen, begab ich mich am Flughafen durch den Zoll in Richtung Ausgang. Das einzige, was mich jetzt noch von der Freiheit trennte, war ein nerviger, übereifriger Zollbeamte, der mich nach allen möglichen zollpflichtigen Waren ausfragte und mit sonstigen unnötigen Fragen durchlöcherte. Einen kurzen Augenblick später konnte ich dem kleinen grünnen Männchen entkommen und steuerte auf den Ausgang zu.